HessenAngeklagter gesteht Brandstiftung wegen Zurückweisung

Mit 2,8 Promille zündet ein Mann eine Zapfsäule an, weil eine Frau seine Telefonnummer nicht will. Jetzt steht er vor Gericht.
Darmstadt (dpa/lhe) - Ein 39 Jahre alter Mann hat vor dem Darmstädter Landgericht gestanden, im vergangenen August eine Zapfsäule an einer Tankstelle in Heusenstamm (Kreis Offenbach) in Brand gesetzt zu haben. Er habe einer Tankstellenmitarbeiterin "eins auswischen" und ihr Angst machen wollen, weil sie seine Telefonnummer nicht haben wollte, erklärte der Angeklagte am ersten Verhandlungstag.
Er habe nicht gewollt, dass jemand verletzt werde oder sterbe, sagte der polnische Staatsbürger, der verheiratet ist und vier Kinder hat. Die Staatsanwaltschaft wirft dem alkoholkranken Mann neben Brandstiftung auch versuchten heimtückischen Mord vor, da er bei der Tat leichtfertig einen möglichen Tod von Menschen in Kauf genommen habe.
Der Angeklagte soll zum Tatzeitpunkt mit 2,8 Promille alkoholisiert gewesen sein, weswegen die Staatsanwaltschaft von einer verminderten Schuldfähigkeit ausgeht.
22-Jährige fühlte sich stark bedrängt
Die 22 Jahre alte Tankstellenmitarbeiterin sagte aus, dass der Mann am 31. August 2025 ab 18.30 Uhr ein halbes Dutzend Mal bei der Tankstelle oder bei ihr im Shop gewesen sei. In dem Laden habe er sie mit Worten und durch Blicke so bedrängt, dass sie zwei Kolleginnen, ihren Freund und ihre Mutter als Unterstützung dazu gerufen habe.
Dass der Mann alkoholisiert war, sei ihr nicht aufgefallen, sagte die Zeugin, die nach dem Vorfall nicht mehr bei der Tankstelle arbeiten wollte.
Eine Mitarbeiterin des Tankstellenshops bezeichnete den Angeklagten als Stammkunden. Sie sagte aus, dass der Mann ein Hausverbot ignoriert habe und diskutieren wollte.