Regionalnachrichten

Hessen Bestatter: Computer ersetzt kein persönliches Trauergespräch

Eine Blume liegt auf einem Sarg bei einem Bestatter. Foto: Sophia Kembowski/Archivbild

(Foto: Sophia Kembowski/dpa)

Bad Wildungen/Gießen (dpa/lhe) - Die Bestatter in Hessen wollen für ihre Arbeit stärker die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen - aber mit Einschränkungen. "Sie können ein Beratungsgespräch nicht mit Künstlicher Intelligenz führen", sagte Hermann Hubing, der Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes der Bestatter, in Bad Wildungen. Denn dafür sei Empathie notwendig. Computersoftware könne aber bürokratische Abläufe vereinfachen und Angehörigen bei der Auswahl von Särgen, Trauerschmuck oder der Kostenkalkulation helfen.

Die Digitalisierung ist auch Thema beim 14. Hessischen Bestattertag vom 26. bis 28. April in Gießen. Zeitgleich findet die Messe PAX für Bestattungskultur statt, die sich auch an die Öffentlichkeit richtet. Ein Ziel: Die Themen Tod und Trauer aus der Tabu-Zone holen. "Darüber spricht man nicht, aber man sollte darüber sprechen", betonte Hubing. "Um sich auch zu Lebzeiten vorzustellen: Wie will ich denn mal bestattet werden? Und dies auch mit den Angehörigen zu besprechen."

Bei ihrem Treffen wollen die Bestatter zudem über eine mögliche Meisterpflicht für ihren Berufsstand sprechen. Bislang sei der Zugang frei, erläuterte Hubing. Eine Meisterpflicht könne aber den Verbrauchern dienen: "Es geht darum, dass der Verbraucher geschützt wird. Dass nicht jeder den Beruf machen kann, denn eine gewisse Empathie, ein gewisses würdevolles Auftreten sollte dabei sein."

Programm Messe PAX

Newsticker