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HessenBrand an Forschungszentrum - Schaden und Ursache offen

07.02.2026, 14:54 Uhr
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Nach dem Brand bei einem Forschungszentrum in Darmstadt ist unklar, wie hoch der Schaden ist. Ein Großprojekt zur Erforschung der Entstehung des Universums verzögert sich wohl.

Darmstadt (dpa/lhe) - Nach dem verheerenden Brand auf dem Gelände einer Darmstädter Forschungseinrichtung sind die Schadenhöhe und die genaue Ursache weiter offen. Noch habe keine Begehung des Brandortes stattgefunden, so dass das volle Ausmaß der Schäden noch nicht abschätzbar sei, sagte eine Sprecherin der Polizei in Darmstadt. Ausgelöst wurde das Feuer nach Angaben des Forschungszentrums durch einen Kurzschluss. Warum es zu dem Kurzschluss kam, ist aber bisher noch unklar.

Der Brand war am Donnerstagmorgen an einem Gebäude auf dem Gelände des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenfoschung ausgebrochen. Dort entsteht seit einigen Jahren eine Anlage mit Teilchenbeschleuniger für ein internationales Forschungsprojekt, das mehrere Milliarden Euro Investitionen beinhaltet.

Bis zu 160 Feuerwehrkräfte hatten die Flammen auf dem Forschungsgelände bis zum Abend bekämpft, die Nachlöscharbeiten dauerten bis Freitag. Die Feuerwehr selbst hatte von einem erheblichen Schaden gesprochen.

Verzögerungen bei Großprojekt erwartet

Die neue Anlage ist zwar nicht direkt betroffen, das Forschungsprojekt kann aber wohl dennoch nicht wie geplant starten. Die Forscher hoffen, mit der Anlage mehr über die Entstehung des Universums herauszufinden. Bisherigen Angaben zufolge sollte Ende 2027 mit ersten Experimenten und Ende 2028 auch mit dem neuen 1,1 Kilometer langen Beschleunigerring geforscht werden.

Welche Auswirkungen das Feuer auf das Großprojekt in Gänze habe, müsse abgewartet werden, hatte der hessische Wissenschaftsminister Timon Gremmels (SPD) bei einem Besuch der Unglücksstelle gesagt. Er hatte von einem "schwarzen Tag" für den Forschungsstandort gesprochen.

Der Termin für einen Probelauf des neuen Teilchenbeschleunigers, der für Dezember geplant war, sei nach jetzigem Kenntnisstand nicht mehr zu halten. Auch der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Martin Keller, sprach von einem "Rückschlag für die Helmholtz-Gemeinschaft, den Forschungsstandort Deutschland und nicht zuletzt für die internationale Wissenschaftscommunity".

Quelle: dpa

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