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HessenDAK-Report: Auch gesunde Arbeitnehmer wollen früh in Rente

18.07.2026, 04:02 Uhr
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Wie krank sind ältere Arbeitnehmer in Hessen? Wie schnell wollen sie in Rente? Und was würde sie im Beruf halten? Ein Report der Krankenkasse DAK gibt Hinweise.

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Ältere Beschäftigten in Hessen sind seltener, aber länger krankgeschrieben als jüngere. Viele wollen vorzeitig in Rente gehen, auch wenn sie kaum krank sind. Das geht aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport "Arbeiten ab 50" hervor, der der dpa vorliegt.

Für den Bericht hat das IGES-Institut im Auftrag der DAK-Gesundheit den Krankenstand von 257.000 DAK-versicherten Beschäftigten in Hessen analysiert und ergänzend eine repräsentative Bevölkerungsumfrage durchgeführt. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat dafür in Hessen im November 2025 online 1.005 Menschen befragt.

Die wichtigsten Ergebnisse zum Krankenstand

Erwerbstätige ab 50 Jahren sind mit 180 Ausfalltagen je 100 Versicherte deutlich seltener krankgeschrieben als jüngere Beschäftigte, wo diese Quote bei 231 Tagen liegt.

Allerdings dauert eine durchschnittliche Krankschreibung ab 50 Jahren mit 15,3 Tagen etwa doppelt so lange wie bei Beschäftigten bis 49 Jahren, die im Schnitt nur 7,9 Tage krankgeschrieben sind.

Im Alter von 66 Jahren liegt der Krankenstand der Beschäftigten im Schnitt bei 11 Prozent - und damit doppelt so hoch wie bei den 50- bis 54-Jährigen.

Überraschenderweise fällt der Krankenstand ab 67 Jahren auf nur 5 Prozent ab. Die DAK erklärt das damit, dass nach Erreichen des Rentenalters vor allem überdurchschnittlich gesunde Beschäftigte weiter erwerbstätig sind.

Die wichtigsten Ergebnisse zum Rentenwunsch

42 Prozent aller Beschäftigten in Hessen denken daran, vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter aus dem Erwerbsleben auszuscheiden. 36 Prozent möchten bis zum Rentenalter arbeiten. 9 Prozent wollen über das gesetzliche Rentenalter hinaus arbeiten.

Von den älteren Beschäftigten in Hessen ab 50 planen 56 Prozent einen Ausstieg vor dem Rentenalter. Damit liegt das Land 4 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt.

Beschäftigte in Hessen mit sehr gutem oder gutem Gesundheitszustand denken zu 40 Prozent daran, vorzeitig aufzuhören. Bei den Beschäftigten mit einem schlechteren Gesundheitszustand sind es 49 Prozent.

Welche Schlüsse zieht die DAK?

"Der DAK-Gesundheitsreport liefert wichtige Erkenntnisse für die aktuelle Debatte über eine Rentenreform und längere Arbeitszeiten: Wenn jeder zweite ältere Beschäftigte im Land vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden möchte, ist das ein klares Signal", sagt Britta Dalhoff, DAK-Landeschefin in Hessen.

Was würde die Beschäftigten im Beruf halten? Für 62 Prozent spielen "gute Arbeitsbedingungen" eine große oder sehr große Rolle. Auf Platz zwei nannten 57 Prozent: "Meine Arbeit bereitet mir große Freude".

DAK-Landeschefin Dahlhoff fordert entsprechend "gute Arbeitsbedingungen, mehr Wertschätzung am Arbeitsplatz und ein betriebliches Gesundheitsmanagement, das die Bedürfnisse älterer Beschäftigter stärker berücksichtigt".

Quelle: dpa

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