HessenEintracht atmet auf: Sieg in Wolfsburg nimmt Druck von Riera

Es ist schon wieder unruhig am Main nach zwei schwachen Spielen. Der Sieg in Wolfsburg nimmt den Druck - das Saisonziel bleibt erreichbar.
Wolfsburg (dpa/lhe) - Richtig zufrieden war Albert Riera auch nach dem 2:1 (2:0) beim VfL Wolfsburg nicht. Dafür ist der Trainer von Eintracht Frankfurt zu sehr Perfektionist. Doch nach den zumeist dürftigen Auftritten der vergangenen Wochen und zunehmender Kritik an seiner Person war der spanische Coach erst einmal erleichtert, dass die Hessen mit dem letztlich verdienten Dreier bei den abstiegsbedrohten Niedersachsen in der Fußball-Bundesliga auf Europapokal-Kurs bleiben.
"Ich freue mich für die Spieler und auch für unsere Fans, die mitgereist sind und uns fantastisch unterstützt haben", sagte Riera. Ungewohnt sanfte Töne des Ex-Profis, der auch seine Spielanalyse in zurückhaltender Form vortrug. "In der ersten Halbzeit haben wir fast alles kontrolliert. Zum einen den offensiven Teil. Zum anderen, das ist noch wichtiger, wenn wir den Ball verloren haben", lobte der Eintracht-Coach. "In der zweiten Halbzeit war unser Pressing nicht auf demselben Level."
Eintracht nach der Pause im Verwaltungsmodus
Das war noch recht wohlwollend formuliert, denn mit dem 2:0 im Rücken stellten die Frankfurter ihre Bemühungen im zweiten Durchgang praktisch komplett ein. "Ich kann mir das nicht so recht erklären. Wir waren zu passiv und haben fast nur noch verteidigt. Das ist nicht der Spielstil, den wir prägen wollen", räumte Stürmer Jonathan Burkardt ein.
In den ersten 45 Minuten zeigte die Eintracht dagegen einen überzeugenden Auftritt, der mit den beiden Treffern von Oscar Höjlund (21. Minute) und Arnaud Kalimuendo (32.) belohnt wurde. Doch danach war es mit der Frankfurter Dominanz wieder vorbei.
"Der Trainer hat in der Kabine gesagt, dass es nun gleich wieder 0:0 stehen würde und wir aktiv weiter nach vorne spielen sollen. Ich hoffe, dass wir das sehr bald über 90 volle Minuten hinbekommen", sagte Burkardt mit Blick auf die noch ausstehenden fünf Partien, in denen die Hessen Platz sieben verteidigen wollen, der am Ende noch für die Teilnahme an der Conference League reichen könnte.
Auch Krösche erleichtert
Die Teilnahme am Europapokal ist das Saisonziel am Main, weshalb Sportvorstand Markus Krösche nach den jüngsten Rückschlägen gegen Köln und Mainz nach dem Sieg in Wolfsburg erst einmal durchpustete. "Der Sieg ist wichtig, gerade nach vergangener Woche und dem 2:2 nach 2:0-Führung", sagte Krösche mit Blick auf das Köln-Spiel.
Mit der Verpflichtung des sehr fordernden Riera ist Krösche ein Risiko eingegangen. Ein Verpassen des internationalen Geschäfts würde auch ihm angelastet werden. Riera ist es gelungen, die unter seinem Vorgänger Dino Toppmöller chronisch anfällige Defensive zu stabilisieren. Nun soll es in den kommenden Wochen darum gehen, auch spielerisch eine Steigerung hinzubekommen. "Wir wissen, dass wir besser Fußball spielen können als in der zweiten Halbzeit. Für Wolfsburg ging es aber um viel, da muss man so ein Spiel auch einfach mal gewinnen", gab sich Krösche ähnlich wie Riera gnädig.