HessenHilfe für weibliche Justizbedienstete in Not

Bedrohung, Mobbing, Rassismus: Werden weibliche Bedienstete in hessischen Gefängnissen Opfer von Übergriffen, dann bietet das Land ihnen eine spezielle Unterstützung an.
Wiesbaden (dpa/lhe) - Weibliche Bedienstete im Justizvollzug können sich in Hessen an eine zentrale Anlaufstelle wenden, wenn sie Opfer von Übergriffen durch Gefangene geworden sind. Die Beratung ist auch für Fälle von Rassismus, Sexismus oder Mobbing möglich, wie das Justizministerium in Wiesbaden mitteilte. Die Anlaufstelle arbeitet seit Oktober 2025 und wird nach den Worten eines Ministeriumssprechers angenommen.
"Der Arbeitsalltag von Justizvollzugsbediensteten ist kein gewöhnlicher. Jeder von ihnen steht in einem besonderen Spannungsverhältnis, das einen fordern und sicherlich auch belasten kann", erklärte Justizstaatssekretärin Tanja Eichner. "Wir wollen sie damit nicht alleine lassen und ihnen Hilfe anbieten."
Von Krisenintervention bis Schadenersatz
Die Anlaufstelle bietet unter anderem eine psychosoziale und psychologische Erstberatung in Form einer Krisenintervention an. Zudem gibt es Hilfe bei administrativen und organisatorischen Abläufen - etwa zu der Frage, wie Schadenersatz und Entschädigung beantragt werden können.
2026 sind rund ein Drittel aller Bediensteten im hessischen Justizvollzug Frauen, wie das Ministerium ergänzte. Der Anteil sei in den zurückliegenden zehn Jahren um ein Fünftel gestiegen. "Der positive Trend macht sich besonders bei den Behördenleitungen bemerkbar", erklärte Eichner. In Hessen werden 10 von 18 Justizvollzugsbehörden von Frauen geleitet.