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Hessen Kampf gegen Falschmeldungen: Land fördert Internet-Portal

Eine beleuchtete Tastatur eines Laptops.

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Illustrati)

Gezielte Falschmeldungen stammen nach den Worten von Minister Beuth meist von Extremisten, pro-russischen Akteuren oder Verschwörungstheoretikern. Das Land will den Kampf gegen diese Desinformation verstärken - unter anderem mit einem "Fabulanten".

Wiesbaden (dpa/lhe) - Im Kampf gegen gezielte Falschmeldungen und Verschwörungserzählungen stellt Hessens Landesregierung rund 640 000 Euro für den Aufbau eines Internet-Portals bereit. Die Plattform "Der Fabulant" werde Mittelpunkt des im Mai 2022 eingerichteten "Hessischen Präventionsnetzwerks gegen Verschwörungserzählungen und Desinformation", sagte Innenminister Peter Beuth (CDU) in Wiesbaden zum Auftakt des traditionellen Herbstgesprächs des Landesamtes für Verfassungsschutz.

Am Dienstagabend diskutierten Experten in Wiesbaden unter dem Motto "Angriff auf die Wahrheit" darüber, wie Desinformation die freiheitliche Demokratie gefährdet.

Das Portal "Der Fabulant" richtet sich nach Angaben des Innenministeriums an eine breite Öffentlichkeit. Informative und humorvolle Beiträgen sollen über grassierende Verschwörungserzählungen aufklären. Träger des Portals sind demnach die zivilgesellschaftlichen Extremismus-Präventionsexperten der Organisation "modus zad".

"Wir sehen gerade vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs in der Ukraine, dass sich Desinformationskampagnen vor allem in den sogenannten Sozialen Medien rasend schnell verbreiten", erläuterte Beuth. "Fake News finden nicht nur in Autokratien Verbreitung, um Angriffskriege gegen souveräne Nachbaren als "militärische Sonderoperationen" zu kaschieren."

Auch hierzulande würden Falschmeldungen beispielsweise von Extremisten in die Welt gesetzt, um gezielt Stimmung zu machen - meist gegen demokratische Werte. Autokraten sei etwa daran gelegen, Demokratien als zerstritten und schwach darzustellen, sagte Beuth.

Falschmeldungen über den Krieg vermischten sich mit unterschiedlichen Verschwörungserzählungen etwa über die Corona-Pandemie, wie Beuth erläuterte. "Hinter den gezielt verbreiteten Fake-News hat sich eine ungute Mischung aus pro-russischen Akteuren, Extremisten, Reichsbürgern, Corona-Leugnern und Verschwörungstheoretikern gebildet." Es sei wichtig, dass die Sicherheitsbehörden diese Desinformationskampagnen im Blick behielten und als Lügengeschichten entlarvten.

Quelle: dpa

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