HessenKinderpornografie und Kindesmissbrauch - 65 Beschuldigte

68 Durchsuchungen, 65 Beschuldigte – Hessens erster Schlag gegen Kinderpornografie und Kindesmissbrauch im neuen Jahr. Was berichten die Strafverfolgungsbehörden?
Frankfurt/Main/Wiesbaden (dpa/lhe) - Im Kampf gegen Kindesmissbrauch und Kinderpornografie haben Hessens Staatsanwaltschaften landesweit 68 Wohnungen und Häuser durchsuchen lassen. Es gibt 65 Beschuldigte zwischen 14 und 72 Jahren, wie das koordinierende Landeskriminalamt (LKA) in Wiesbaden sowie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mitteilten. Unter ihnen ist keine einzige Frau.
Zehn Beschuldigte wurden in einer Polizeidienstelle vernommen, bei einem wurde ein Haftbefehl vollstreckt. Die Staatsanwaltschaften werfen den 65 Männern und Jungen überwiegend Herstellung, Besitz und Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie vor. In 15 Fällen geht es nach den Angaben um mutmaßlichen sexuellen Missbrauch von Minderjährigen.
Polizeibeamte stellen 405 Datenträger sicher
"Nach jetzigem Stand der Ermittlungen stehen die Beschuldigten untereinander nicht im Austausch", hieß es. Polizistinnen und Polizisten stellten 405 Datenträger aller Art sicher. "Die Datenträger werden nun ausgewertet, kriminalistisch bewertet und auf weitere Ermittlungsansätze geprüft", ergänzten LKA und Generalstaatsanwaltschaft. Es war die erste "Schwerpunktmaßnahme" in Hessens Kampf gegen Kindermissbrauch und Kinderpornografie im neuen Jahr 2026. Dieser werde konsequent fortgesetzt.
Zu den Hausdurchsuchungen war es vom 12. bis 16. Januar gekommen - in Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Hanau, Kassel und Wiesbaden. Außerdem in den Landkreisen Darmstadt-Dieburg, Fulda, Gießen, Groß-Gerau, Hersfeld-Rotenburg, Hochtaunus, Kassel, Lahn-Dill, Limburg-Weilburg, Main-Kinzig, Main-Taunus, Marburg-Biedenkopf, Offenbach, Odenwald, Rheingau-Taunus, Schwalm-Eder, Vogelsberg, Waldeck-Frankenberg und Wetterau. Zudem gab es je eine Razzia in den Nachbarländern Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.