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HessenLandkreis bittet Hessen um Finanzhilfen nach Tornado

26.08.2026, 08:20 Uhr
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Noch laufen die Aufräumarbeiten im Lahn-Dill-Kreis, doch die Betroffenen stehen schon jetzt vor hohen Kosten - und teils auch ohne Zuhause da. Unterstützung des Landes Hessen soll Abhilfe schaffen.

Wetzlar/Solms (dpa/lhe) - Nach dem folgenschweren Tornado in Mittelhessen bittet der Lahn-Dill-Kreis das Land Hessen um Unterstützung für besonders betroffene Bürgerinnen und Bürger. In Absprache mit den beiden Städten Wetzlar und Solms sei Finanzhilfe für die Unwettergeschädigten beantragt worden, teilte der Landkreis mit. Die dafür erforderliche Genehmigung des Kreistages solle am 31. August erteilt werden.

Der Tornado war in der Nacht zum 20. August durch den Großraum Wetzlar gefegt und hatte allein im Stadtteil Münchholzhausen etwa 60 Häuser beschädigt. In Solms zog das Unwetter laut Bürgermeisterin Katharina Didlapp (parteilos) etwa ein Dutzend Häuser in Mitleidenschaft und richtete wohl Millionenschäden an. Auch andernorts in Hessen verursachten Unwetter Schäden.

Einige Häuser sind einsturzgefährdet

Noch liefen die Aufräumarbeiten, und die Schäden seien längst nicht überall beseitigt, erklärte der Landkreis. Vor allem Wetzlar-Münchholzhausen und Solms-Oberndorf seien von den schweren Sturm- und Tornadoerscheinungen getroffen worden. Dächer seien abgedeckt, Fassaden und Fenster beschädigt worden, Bäume seien auf Gebäude und Grundstücke gestürzt. In einzelnen Fällen seien Häuser vorerst nicht mehr bewohnbar, teils bestehe gar Einsturzgefahr.

"Wie groß der Gesamtschaden ist, lässt sich derzeit noch nicht abschließend beziffern", hieß es. Die Kommunen erfassten weiterhin die Schäden, auch Versicherungen und andere Stellen seien damit beschäftigt. Nach bisherigen Erkenntnissen seien jedoch zahlreiche private Haushalte erheblich betroffen.

Versicherungen zahlen nicht alles

Für die Eigentümer gehe es nicht nur um Sachschäden. Wo Dächer gesichert, Gebäude notdürftig repariert oder Wohnungen wieder bewohnbar gemacht werden müssten, entstünden innerhalb kürzester Zeit hohe Kosten. Hinzu kämen möglicherweise Kosten für eine vorübergehende Ersatzunterkunft. Nicht alle Schäden seien durch Versicherungen ganz oder teilweise abgedeckt.

Man wolle deshalb staatliche Unterstützung durch das Land Hessen ermöglichen, erklärte der Landkreis. Grundlage dafür sei die Richtlinie zur Gewährung staatlicher Finanzhilfen bei Elementarschäden. Der Lahn-Dill-Kreis beantrage die Finanzhilfeaktion, entscheide aber nicht selbst über die Auszahlung des Geldes. Ob Hilfe gewährt wird, welche Voraussetzungen gelten, wer antragsberechtigt ist und wie hoch eine mögliche Unterstützung ausfällt, entscheide das Land Hessen, betonte der Landkreis.

"Die Hilfsbereitschaft ist bewundernswert"

"Für viele Menschen geht es nicht um einen kleinen Schaden, sondern um die Sicherung ihres Zuhauses und teilweise um die Frage, wie sie die nächsten Wochen und Monate finanziell bewältigen können", erklärte Landrat Carsten Braun (CDU). Staatliche Hilfe könne besonders schwere und existenzbedrohende Folgen des Unwetters abfedern.

Die Städte Wetzlar und Solms unterstützen den Antrag des Landkreises. Wetzlars Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD) und die Solmser Bürgermeisterin Katharina Didlapp betonten zugleich die große Solidarität in der Bevölkerung: "Die Hilfsbereitschaft der Mitbürgerinnen und Mitbürger ist bewundernswert", sagte Wagner. "Viele haben sofort angepackt und den Betroffenen geholfen." Doch auch diese Hilfsbereitschaft stoße irgendwann an Grenzen. "Bei denjenigen, die besonders schwer getroffen wurden, sind deshalb weitergehende Hilfen erforderlich."

Quelle: dpa

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