HessenPolizei plädiert für Waffenverbotszone im Bahnhofsviertel

Frankfurt am Main (dpa/lhe) - Die Polizei hat sich für eine Waffenverbotszone in einem Gebiet des Frankfurter Bahnhofsviertels ausgesprochen. Reizstoffsprühgeräte und waffenähnliche spitze oder scharfkantige Gegenstände, wie etwa Messer, sollten untersagt werden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Diese könnten als Schlag-, Stich- oder Wurfwaffe eingesetzt werden. Ein Glasflaschen-Verbot sei nicht vorgesehen, weil zu viele Ausnahmen für Einzelhandel und Gastronomie gemacht werden müssten und daher ein solches Verbot nicht wirksam wäre.
Die Waffenverbotszone sollte von der Mainzer Landstraße im Norden, der Gutleutstraße im Süden, der Weserstraße im Osten und westlich durch den Hauptbahnhof begrenzt sein. In diesem Gebiet des Bahnhofsviertels hat sich laut Polizei die Zahl an Waffendelikten von 102 im Jahr 2019 auf 239 im Jahr 2021 deutlich erhöht. Ein Großteil dieser Straftaten seien 2021 mit Messern (102) oder Reizstoffsprühgeräten (109) begangen worden. Die Zone sollte zudem von 21 Uhr bis 5 Uhr gelten.
Frankfurts Polizeipräsident Stefan Müller zeigt sich überzeugt, dass eine Waffenverbotszone die Sicherheit in der Stadt stärkt. "Zu vorgerückter Stunde und unter Alkoholeinfluss wird häufig alles eingesetzt, was mitgeführt wird", sagte Müller. Ein besonders häufiges Mittel seien Messer. "Je früher wir also Waffen sicherstellen, desto besser, das ist unmittelbarer Opferschutz."