HessenSorge um Blutkonserven im Sommer - junge Spender willkommen

Der Appell zum Jahresstart hat gewirkt - in Hessen haben sich die Bestände an Blutkonserven erholt. Doch bald könnte die Lage wieder kritisch werden. Bei zwei Blutgruppen ist sie es bereits.
Frankfurt (dpa/lhe) - Nach einer Erholung der Bestände an Blutkonserven in Hessen warnt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) vor möglichen neuen Engpässen. Blutspenden unterlägen saisonalen Schwankungen, erläuterte eine Sprecherin des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg - Hessen auf Anfrage.
Viele Menschen nutzten den Frühling und Sommer für Reisen und Freizeit-Aktivitäten. Rund um die vielen Feiertage merke man, dass wieder weniger Spenderinnen und Spender Termine buchen.
Nach der "dringlichen Notstandsmeldung" zum Jahresbeginn habe sich die Lage glücklicherweise wieder entspannt. Aktuell betrage die "Tagesreichweite" zwischen 4 und 4,5 Tage, womit nahezu ein "Normalzustand" erreicht sei.
Im Januar hatte dieser Wert teils unter zwei Tagen gelegen. Bei einer Tagesreichweite von vier bis fünf Tagen sieht der Blutspendedienst eine dauerhafte und stabile Versorgung der Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern und Arztpraxen als gewährleistet.
Tagesbedarf von rund 1.000 Blutspenden in Hessen
Allen Blutspendern, die zu der vorläufigen Entspannung beigetragen haben, dankte das DRK - und rief zugleich weiter alle gesunden Menschen ab 18 Jahren und einem Körpergewicht von 50 Kilogramm dazu auf, regelmäßig zu solchen Terminen zu gehen, sofern es ihnen gesundheitlich möglich ist. Allein in Hessen würden täglich 1.000 Blutkonserven benötigt.
Vor allem mehr junge Spenderinnen und Spender würden benötigt, um die Versorgung auch künftig zu sichern. Termine dafür können sie über die Website des Blutspendedienstes buchen. Für viele junge Menschen sei das Thema nicht oder noch nicht in ihrem Lebensalltag verankert. "Wer Angst oder Bedenken vor der ersten Blutspende hat, sollte sich einfach einen Freund oder eine Freundin schnappen und zusammengehen. Zusammen Gutes tun ist doppelt schön", so die Sprecherin.
Aktuell kritische Bestände bei zwei Blutgruppen
Derzeit seien vor allem die Bestände bei den Blutgruppen 0- und B- kritisch. Die Blutgruppe B- komme in der deutschen Bevölkerung mit nur zwei Prozent ohnehin schon sehr selten vor. "Das heißt, wenn von diesen zwei Prozent der Deutschen mit der Blutgruppe B- temporär weniger Menschen spenden gehen, schrumpfen die Vorräte schneller und es kommen gleichzeitig weniger nach", so die Sprecherin.
Die Blutgruppe 0- wiederum gilt als "Universal-Blutgruppe", da Patientinnen und Patienten aller anderen Blutgruppen diese bei Bedarf empfangen können. Wer selbst die Blutgruppe 0- hat, kann jedoch selbst nur diese Blutgruppe empfangen. Daher seien aktuell vor allem Blutspenden mit den Blutgruppen 0- und B- gefragt, erklärte die Sprecherin. Aber auch für alle anderen Blutgruppen würden kontinuierlich Blutkonserven benötigt.