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HessenWas Menschen tun, um früher einen Arzttermin zu bekommen

20.05.2026, 14:55 Uhr
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Von Beschwerden übertreiben bis selbst zahlen: Besonders gesetzlich Versicherte warten oft lange auf einen Arzttermin und greifen zu eigenen Maßnahmen - wer vor allem zeigt eine Befragung der AOK.

Bad Homburg (dpa/lhe) - Viele Menschen in Hessen greifen zu eigenen Maßnahmen, um schneller einen Arzttermin zu bekommen. Dies ergab eine nach eigenen Angaben repräsentative Befragung der AOK Hessen. Die Frage "Haben Sie in den vergangenen Jahren schon einmal etwas der folgenden Dinge getan, um schneller vorstellig zu werden?" bejahten demnach 41 Prozent.

20 Prozent gaben an, sie hätten "Leistungen selbst gezahlt, obwohl diese Kassenleistungen sind". 17 Prozent der Befragten haben nach eigener Angabe bereits "Beschwerden und Symptome bei der Erstanfrage bewusst übertrieben". Weitere 13 Prozent sagten laut AOK zu, auch "IGeL-Leistungen in Anspruch zu nehmen (obwohl diese aus ihrer Sicht gar nicht notwendig waren)". Sogenannte Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) sind medizinische Angebote, die über den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen und privat bezahlt werden müssen. Mehrfachnennungen waren bei der telefonischen Abfrage möglich.

Vor allem Jüngere und Oberschicht greifen zu eigenen Mitteln

54 Prozent der Befragten gaben an "nichts davon" getan zu haben, um schneller einen Arzttermin zu bekommen. Je älter die Befragten waren, desto stärker war tendenziell dieser Anteil laut der Befragung. Bei den 60- bis 69-Jährigen etwa war er mit 73 Prozent am höchsten, bei den 18- bis 29-Jährigen am niedrigsten.

Gleichzeitig zeigt sich laut AOK eine Tendenz hinsichtlich des sozioökonomischen Status. Menschen, die sich zur Oberschicht zählen, greifen deutlich häufiger zu Maßnahmen für schnellere Arzttermine.

Für die Befragung hatte die AOK Hessen vom 14. bis 21. April mehr als 1.000 Personen über 18 Jahre telefonisch befragt.

Quelle: dpa

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