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Mecklenburg-VorpommernBackhaus gegen Abschussprämie für Waschbären

03.06.2026, 21:30 Uhr
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Eine Prämie für jeden erlegten Waschbären? In Mecklenburg-Vorpommern wird darüber diskutiert. Umweltminister Backhaus winkt ab – die Jäger erledigten ihre Aufgabe auch ohne Geld.

Schwerin (dpa/mv) - Umweltminister Till Backhaus hat eine Abschussprämie für Waschbären in Mecklenburg-Vorpommern abgelehnt. Einen entsprechenden Vorschlag aus der Landtagsdebatte wies der SPD-Politiker laut einer Mitteilung zurück. Die Jägerinnen und Jäger kämen ihrer Pflicht zur Bejagung auch ohne eine solche Prämie nach - das belegten die steigenden Streckenzahlen.

Im Jagdjahr 2022/23 wurden den Angaben zufolge 18.287 Waschbären erlegt, im Jagdjahr 2023/24 dann 21.939. Für das laufende Jagdjahr erwartet Backhaus eine weitere Steigerung, da der Einsatz von Nachtsichttechnik mit der Novelle des Jagdgesetzes erlaubt wurde. Auch für Fallen und Fallenmelder seien mehr Mittel aus der Jagdabgabe beantragt worden.

Kosten von rund 750.000 Euro

Eine gestaffelte "Waschbärluntenprämie" würde das Land nach Angaben des Ministers pro Jahr rund 750.000 Euro kosten. In der angespannten Haushaltslage sei das nicht darstellbar. Anders als bei der "Pürzelprämie" für Wildschweine, mit der von 2017 bis 2022 wegen der Afrikanischen Schweinepest rund 11,2 Millionen Euro gezahlt wurden, richteten Waschbären keinen vergleichbaren wirtschaftlichen Schaden an. "Dieses Geld kann an anderer Stelle vernünftiger ausgegeben werden", sagte Backhaus.

Ausbreitung der Waschbären

Der ursprünglich aus Nordamerika stammende Waschbär hat sich rasch ausgebreitet und lebt inzwischen nahezu flächendeckend in Mecklenburg-Vorpommern. Ihre Ausbreitung wirkt sich nach Angaben des Umweltministeriums negativ auf die heimische Artenvielfalt aus. So geraten etwa Sumpfschildkröten, die nur noch in wenigen Schutzgebieten vorkommen, unter massiven Druck. Ähnliches gilt für andere Amphibien und manche Vogelarten. Belege dafür, dass durch Waschbären bereits Tiere oder Pflanzen ausgestorben sind, liegen demnach nicht vor.

Quelle: dpa

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