Mecklenburg-VorpommernBetrug bei Führerschein-Prüfungen in MV

Ob mit Spickzettel oder Knopf im Ohr: Bundesweit nehmen die Betrugsfälle bei theoretischen Führerscheinprüfungen zu. In Mecklenburg-Vorpommern bleiben die Zahlen hingegen relativ stabil.
Schwerin (dpa/mv) - Entgegen dem Bundestrend sind die registrierten Täuschungsversuche bei theoretischen Führerscheinprüfungen in Mecklenburg-Vorpommern relativ stabil geblieben. Im vergangenen Jahr wurden 23 Verstöße bei 34.895 Theorieprüfungen entdeckt, wie neue Erhebungen des Tüv-Verbandes zeigen. Dies entspricht einer Quote von 0,07 Prozent. Im Jahr 2024 waren es den Angaben zufolge 30 aufgeflogene Täuschungsversuche bei 34.570 Prüfungen. Das entspricht einer Quote von 0,09 Prozent.
Bundesweit stiegen die Zahlen hingegen: 2025 wurden laut Tüv 4.239 Täuschungsversuche bei 2.042.051 Theorieprüfungen registriert, ein Prozent mehr als im Vorjahr (4.198 Fälle).
Prüfungsbetrug habe sich bundesweit nach einem starken Anstieg in den Vorjahren auf einem hohen Niveau stabilisiert, sagt Fani Zaneta, Referentin für Fahrerlaubnis und Verkehrssicherheit beim Tüv-Verband. "Gleichzeitig gehen wir von einem großen Dunkelfeld aus, da mutmaßlich nur ein Bruchteil der Täuschungen entdeckt wird." Das habe Konsequenzen für die Verkehrssicherheit.
Betrug mit Knopf im Ohr oder Spickzettel
Auffällig ist der Einsatz technischer Hilfsmittel: In mehr als jedem dritten Fall (36 Prozent) kamen etwa Mini-Kameras oder kaum sichtbare Ohrhörer zum Einsatz. Auch Doppelgänger sind keine Seltenheit: In weiteren Fällen legten sogenannte Stellvertreter die Prüfung ab. Insgesamt sei inzwischen gut jeder zweite Betrugsversuch (52 Prozent) professionell organisiert, so der Tüv-Verband.
Oftmals seien weitere Personen involviert, die den Prüfling "technisch unterstützen, aus der Ferne Lösungen übermitteln oder sich als Fahrschüler ausgeben", so Zaneta. Dafür sei auch entsprechendes technisches Know-how notwendig, um bestimmte Betrugsmaschen durchführen zu können.
In 44 Prozent der Fälle wurde den Angaben zufolge mit dem klassischen Spickzettel geschummelt. Besonders häufig betroffen ist vor allem die Pkw-Prüfung (4.052 Fälle).
Bundesweit größter Anstieg an Betrugsfällen in Berlin
Die meisten Täuschungsversuche wurden in Nordrhein-Westfalen registriert (1.378), gefolgt von Berlin (497) und Bayern (449). Die Hauptstadt verzeichnet im Bundesländervergleich den stärksten Anstieg - ein Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr um rund 25 Prozent. In kleineren Bundesländern lagen die Zahlen deutlich niedriger.