Mecklenburg-VorpommernBetrugsvorwurf - Prozess gegen AfD-Mann Zorn zieht sich hin

Der AfD-Politiker Christian Zorn steht wegen Betrugsverdachts vor Gericht. Er weist den Vorwurf zurück. Zu seiner Verteidigung soll ein zusätzlicher Zeuge beitragen. Doch es gibt noch ein Verfahren.
Bergen (dpa/mv) - Der Prozess um den Vorwurf des Betrugs gegen den AfD-Politiker Christian Zorn dauert länger als zunächst geplant. Die zuständige Richterin der Zweigstelle Bergen auf Rügen des Amtsgerichts Stralsund setzte nun einen weiteren Verhandlungstermin in drei Wochen an, um weitere Zeugen zu hören.
Die Staatsanwaltschaft wirft Zorn nach Angaben des Gerichts vor, im Juni 2023 von einem Kunden 6.000 Euro für die Reparatur eines Autos erhalten zu haben. Es habe aber weder eine Reparatur noch eine Rückzahlung gegeben. Zorn habe einen Betrugsvorsatz bestritten. Er habe seiner Aussage zufolge Reparaturarbeiten durchgeführt, den Wagen aber nicht zurückgeben können, nachdem die entsprechende Halle an einen neuen Mieter übergegangen sei.
Der Deutschen Presse-Agentur sagte Zorn jetzt, er weise die Vorwürfe weiterhin zurück. Bereits zuvor hatte er mitgeteilt: "Zu laufenden Verfahren werde und kann ich mich nicht äußern. Die gegen mich erhobenen Vorwürfe sind aus meiner Sicht völlig haltlos. Ich bin zuversichtlich, dass das Gericht zu einer Entscheidung in meinem Sinne kommen wird."
Während der Verhandlung führte er aus, dass er in verschiedenen Städten Deutschlands Teile für die Reparatur des Autos besorgt habe. Ein Bekannter, der ihm dabei geholfen habe, soll am 21. April aussagen.
Kandidatur für Landtag
Zorn ist Mitglied des Kreistags von Vorpommern-Rügen und der Stadtvertretung von Bergen. Darüber hinaus ist er Teil des AfD-Landesvorstands und kandidiert bei der anstehenden Landtagswahl.
Von seiner Direktkandidatur im Wahlkreis 23 zog sich Zorn zurück. Er sei wegen seiner derzeitigen persönlichen und beruflichen Situation in seiner "Mobilität sowie in der räumlichen Nähe zum Wahlkreis eingeschränkt", hieß es in einer Mitteilung auf der Website des Kreisverbands Vorpommern-Rügen von Mitte März. "Zum anderen haben Diskussionen rund um meine Person und meine persönliche Situation in den vergangenen Wochen zum Teil für Irritationen und Unruhe gesorgt."
Zorn will Teil des Landesvorstandes bleiben und weiterhin über die Landesliste für den Landtag kandidieren, wie er der dpa sagte. Er war nach Angaben seines Kreisverbands auf den aussichtsreichen 18. Listenplatz gewählt worden.
Weiteres Verfahren
AfD-Landessprecher Enrico Schult hatte gesagt, man wolle Zorn bei der nächsten Sitzung des Landesvorstandes anhören.
Nach Angaben des Amtsgerichts Stralsund ist noch ein weiteres Verfahren wegen Betrugsverdacht gegen Zorn anhängig. Demnach wird ihm vorgeworfen, im November 2025 ein mangelhaftes Fahrzeug für 6.000 Euro verkauft, aber auf Beanstandung des Verkäufers zur Reparatur zurückgenommen zu haben. Der Verkäufer habe in der Folgezeit aber weder das reparierte Fahrzeug noch den Kaufpreis zurückerhalten. Das Verfahren sei bislang nicht terminiert. Zorn sagte der dpa, er rechne mit einer Einstellung. Es habe sich um ein sogenanntes Zug-um-Zug-Geschäft gehandelt und der Kunde habe das Geld erhalten.