Mecklenburg-VorpommernFilmkunstfest ehrt Armin Mueller-Stahl für sein Lebenswerk

Vom Ostseestrand bis nach Hollywood: Armin Mueller-Stahls Gesicht ist seit Jahrzehnten aus Filmen bekannt. Nun wurde er in Schwerin geehrt. Doch er ist nicht der einzige Preisträger des Festivals.
Schwerin (dpa/mv) - Der Schauspieler Armin Mueller-Stahl ist vom Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern mit dem Ehrenpreis des Festivals geehrt worden. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) übergab nach Angaben eines Festivalsprechers dem 95-Jährigen am Samstagabend den Preis "Goldener Ochse". "Ihr Abenteuer hat Sie von den Stränden Mecklenburg-Vorpommerns bis in die Studios von Hollywood geführt, vom Theater über den Film und die Schriftstellerei bis in die Malerei", würdigte Schwesig den Künstler laut einer Mitteilung.
So sei bereits ein Film von 1956, in dem Mueller-Stahl mitgespielt habe, am Strand von Ahrenshoop gedreht worden. In der DDR habe Mueller-Stahl in einigen Defa-Filmen gespielt und den Mut gehabt, gegen die Ausbürgerung des in Ungnade gefallenen Liedermachers Wolf Biermanns zu unterschreiben. Danach habe Mueller-Stahl lange keine Rollen mehr bekommen.
1980 siedelte er nach Angaben des Festivals in den Westen über. Er habe sich später in Hollywood etabliert und sei für den Film "Shine" für den Oscar nominiert worden. Trotz internationaler Erfolge habe er immer wieder in deutschen Produktionen gespielt, darunter in "Die Manns - Ein Jahrhundertroman". Zwei Ausstellungen in Schwerin würdigen noch bis Ende Mai auch das malerische Schaffen des Künstlers. Auch als Musiker ist der ausgebildete Konzertgeiger in Erscheinung getreten.
Haupt- und Publikumspreis für den Film "Our Girls"
Der Film "Our Girls" des niederländischen Regisseurs Mike van Diem gewann sowohl den Hauptpreis "Fliegender Ochse" als auch den Publikumspreis. In dem Film geht es laut Festival um zwei befreundete Paare, die jeden Sommer gemeinsam in den österreichischen Alpen verbringen. Im Anschluss an einen Unfall, in den die jugendlichen Töchter durch ein riskantes Abenteuer verwickelt werden, brechen allerdings alte Spannungen und verdrängte Konflikte auf.
"Jede Lüge, jeder Verrat, jede verzweifelte Wahl fühlt sich unausweichlich an und schafft eine kaum zu ertragende Spannung", hieß es in der Begründung der Jury. Es gebe unvergessliche Bilder, und die Schauspieler schienen in ihren Figuren vollkommen zu Hause zu sein. Der von der Landesregierung gestiftete "Fliegende Ochse" ist mit 10.000 Euro und der von der Nordkurier Mediengruppe gestiftete Publikumspreis mit 3.000 Euro dotiert.
Mehr als 100 Filme im Programm
Der mit 5.000 Euro dotierte NDR-Regiepreis ging an den ägyptisch-österreichischen Regisseur Abu Bakr Shawky für den Film "The Stories". Shawky jage das Publikum "durch drei Jahrzehnte ägyptischer Familiengeschichten und Geschichte. Und das tut er mit einem Tempo und einer Verve, die einem den Atem verschlägt", so die Jury.
Früheren Angaben zufolge standen insgesamt 16 Preise im Wert von 50.200 Euro zur Vergabe. Auf dem Programm standen zwischen dem 5. und 10. Mai genau 118 Filme, darunter 16 Welt- und 18 Deutschlandpremieren in vier Wettbewerben und fünf Nebensektionen. Gastland des 35. Filmkunstfestes MV war Island, vertreten durch ein Rahmenprogramm mit 15 Filmen sowie Akteure der isländischen Filmindustrie.