Regionalnachrichten

Mecklenburg-Vorpommern Fischereiverband löst sich auf: Weiterhin Zusammenarbeit

dpa_Regio_Dummy_MecklenburgVorpommern.png

Nach 26 Jahren wird der Dachverband der Fischer, der Landesfischereiverband, jetzt aufgelöst. Eine Zusammenarbeit zwischen den Verbänden soll es aber weiterhin geben.

Sassnitz/Leezen (dpa/mv) - Die Fischereiverbände in Mecklenburg-Vorpommern planen trotz der Auflösung ihres Dachverbands eine weitere Zusammenarbeit. "Wir wollen morgen dafür sorgen, dass eine Vereinbarung über die künftige Zusammenarbeit getroffen wird", sagte der Präsident des Landesfischereiverbands, Norbert Kahlfuß, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Fischer wollten gegenüber der Politik weiter mit einer Stimme sprechen. Am Mittwoch kommt ein kleiner Kreis Delegierter in Leezen bei Schwerin zusammen, um den Landesfischereiverband aufzulösen. "Der Hauptgrund ist finanzieller Art", sagte Kahlfuß.

"Der Verband der Kutter- und Küstenfischer steht vor der Pleite wegen seiner schwindenden Mitgliederzahl." Er könne keine Beiträge mehr zahlen. Die Verbände der Binnenfischer und Angler könnten nicht noch mehr leisten. Hinzu komme ein personelles Problem. Kahlfuß erklärte, er wolle das Ehrenamt nun - kurz vor seinem 80. Geburtstag - abgeben. Er finde keinen Nachfolger. Die Landesverbände der Binnenfischer, der Kutter- und Küstenfischer, der Angler und die MV-Hochseefischer als assoziiertes Mitglied blieben als eigenständige Verbände von der Auflösung unberührt.

Die Kutter- und Küstenfischer haben es Kahlfuß zufolge sehr schwer. Ihr Verband sei in den 1990-er Jahren mit 1450 Mitgliedern gestartet. Jetzt habe er noch 120 Mitglieder. Ein Grund ist die Kürzung der deutschen Fischfangquote in der Ostsee, vor allem beim "Brotfisch" Hering, von 98 000 auf etwa 1700 Tonnen. Die Fischer in Mecklenburg-Vorpommern dürfen in diesem Jahr nur 1000 Tonnen Hering und 260 Tonnen Dorsch fangen. Seit mehr als zehn Jahren sei die Heringsabnahme im Land deutlich höher als die Fangmöglichkeit. "Die Fischer sehen keine Zukunft mehr", sagte Kahlfuß. Nicht jeder habe ein Haus mit Grundstück in der richtigen Lage und könne sein Geld mit Ferienwohnungen, Räucherei und Gastronomie verdienen.

Der Landesfischereiverband hat insgesamt rund 46 000 Mitglieder, davon etwa 45 000 Angler.

Newsticker