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Mecklenburg-VorpommernGaskraftwerk soll an Ukraine verschenkt werden

30.04.2026, 16:26 Uhr
Die-Kraftwerksanlage-wird-daher-im-Rahmen-der-humanitaeren-Hilfe-einem-ukrainischen-Kraftwerksbetreiber-als-Selbstabholer-zur-Verfuegung-gestellt-teilt-Mehrheitseigentuemer-Sefe-mit

Der Betreiber konnte keinen Käufer finden. Der Beschenkte muss die Anlage in Vorpommern abholen.

Berlin/Lubmin (dpa/mv) - Ein Gaskraftwerk am Einspeisepunkt der aktuell ungenutzten Erdgasleitung Nord Stream 1 ins deutsche Gasfernleitungsnetz soll in die Ukraine verschenkt werden. Mit der Einstellung der russischen Gaslieferungen durch die Ostsee im September 2022 sei der Betrieb der Anlage unrentabel geworden, teilte die Sefe Securing Energy for Europe GmbH (Berlin) mit. Sefe ist nach eigenen Angaben Mehrheitseigentümer des Betreibers Industriekraftwerk Greifswald GmbH (IKG). Zuvor hatte der NDR berichtet.

Die Anlage in Lubmin bei Greifswald habe ausschließlich der Bereitstellung der notwendigen Prozesswärme bei der Einspeisung des russischen Erdgases ins deutsche Gasfernleitungsnetz gedient. Andere Abnehmer für die Wärme gebe es nicht, sodass der Betrieb 2023 eingestellt worden sei. Ein Käufer für die Anlage fand sich dem Unternehmen zufolge ebenfalls nicht. Laut NDR hat das Kraftwerk eine Leistung von 84 Megawatt.

Humanitäre Hilfe

"Die Kraftwerksanlage wird daher im Rahmen der humanitären Hilfe einem ukrainischen Kraftwerksbetreiber als Selbstabholer zur Verfügung gestellt", teilte Sefe weiter mit. Dies sei für das Unternehmen im Vergleich zu Rückbau und Verschrottung ohne wirtschaftlichen Nachteil. "Gleichzeitig trägt die Transaktion zur Aufrechterhaltung der ukrainischen Energieinfrastruktur bei."

Russland hatte im Sommer 2022 die Gaslieferungen durch Nord Stream 1 reduziert und schließlich ganz gestoppt. Nord Stream 1 wurde ebenso wie Nord Stream 2 - die wegen des russischen Überfalls auf die Ukraine nie in Betrieb gegangen war - bei Explosionen wenig später schwer beschädigt. Ob und wann sie repariert werden, ist offen. Deutschland möchte nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine kein russisches Erdgas mehr beziehen.

Quelle: dpa

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