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Mecklenburg-VorpommernGroß-Visite gestartet: Erste Patientin wiegt 157 Kilo

05.04.2022, 13:50 Uhr

Gebiss röntgen, an Zähnen bohren und Blut abnehmen: Bei den Braunbären in Stuer hat eine zweitägige Untersuchung begonnen. Wie bei einer Visite beim Menschen werden die Tiere genau unter die Lupe genommen.

Stuer (dpa/mv) - Im Bärenwald Stuer (Mecklenburgische Seenplatte) hat eine besonders umfangreiche Visite begonnen. Die Tierschutzstiftung Vier Pfoten (Hamburg) lässt zu Beginn der Saison 2022 mehrere Braunbären von Tierärzten genauer untersuchen. Dazu sollen an zwei Tagen sechs Bären betäubt werden.

Als erstes Tier wurde am Dienstag das Weibchen Mascha betäubt, das 157 Kilogramm an Gewicht auf die Waage brachte. "Mascha ist 28 Jahre alt, hatte Zahnschmerzen und wurde zudem genauer untersucht, weil ihre Krallen auffallend unterschiedlich abgenutzt sind", erklärte die Pressesprecherin des Bärenwaldes, Petra Konermann. Die Veterinäre befürchten demnach, dass sie Schulterprobleme hat.

Danach sollten die bereits 30 Jahre alte Tapsi und ihr Bärenpartner Michal betäubt werden. Das Weibchen muss ebenfalls umfassend untersucht werden. Später sollten beide gemeinsam in ein anderes großes Gehege umziehen.

Die Untersuchungen werden am Mittwoch forgesetzt. Geplant sind unter anderem Röntgenaufnahmen und Bluttests.

Der Bärenwald - in dem derzeit 14 Braunbären leben, die vorher nicht artgerecht gehalten wurden - war 2006 von der Stiftung eröffnet worden. Die Tiere werden zwar regelmäßig ärztlich untersucht, in diesem Umfang war das bisher aber noch nicht der Fall gewesen.

Das Areal hat 18 Hektar Wald, Freiflächen mit natürlichen Bachläufen sowie Badebassins. Die Tiere sollen dort ihre natürlichen Instinkte, wie das Höhlen graben, wieder ausleben können. Pro Jahr kamen zuletzt mehr als 100.000 Besucher und Besucherinnen.

Quelle: dpa

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