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Mecklenburg-Vorpommern Handelsverband: Verhaltener Start ins Weihnachtsgeschäft

Ein Mann geht mit Einkaufstüten durch die Innenstadt.

(Foto: Markus Scholz/dpa/Symbolbild)

Schwerin/Hamburg (dpa/mv) - Der Handelsverband Nord (HVNord) geht mit gemischten Gefühlen in die Weihnachtssaison. Die Vor-Aktionen wie Black Friday und Cyber Monday hätten sehr verhalten begonnen, sagte HVNord-Präsident Andreas Bartmann am Mittwoch in Hamburg. Sowohl die schlechte Kauflaune der Kundschaft als auch ungewisse Kosten in der Energiekrise seien hierfür ausschlaggebend.

Zwar geht der Handel im Norden für die Monate November und Dezember beim Umsatz von einem nominalen Plus von 5,4 Prozent zum Vorjahr aus, wegen der hohen Inflation entspreche dies jedoch einem realen Rückgang von 4 Prozent. Für Mecklenburg-Vorpommern entspreche dies einem erwarteten Umsatz von rund 2 Milliarden Euro.

Diese Erwartungen teilen die Händler auch selbst: Einer Umfrage aus dem Oktober zufolge sind die Betriebe mehrheitlich unzufrieden mit dem aktuellen Geschäft, besonders in den Innenstadt-Lagen und Gewerbegebieten liegt deren Anteil bei fast zwei Dritteln. In den für Mecklenburg-Vorpommern wichtigen ländlichen Gebieten halten sich positive und negative Antworten die Waage. Dem Handelsverband zufolge ist das eine Entwicklung, die sich bereits in der Pandemie gezeigt habe: Die Kunden kaufen demnach wieder öfter in ihrem direkten Umfeld - also regional - ein, dies schlage sich in den Statistiken nieder.

Nichtsdestotrotz blicken die Unternehmen insgesamt wegen der bis dato schlechten Umsätze pessimistisch auf das Weihnachtsgeschäft: 72 Prozent erwarten eine Verschlechterung gegenüber 2021.

Auch beim Blick auf das kommende Jahr sieht es nicht besser aus: Kostenseitig fürchtet der Handel, dass allein die steigenden Energiekosten im nächsten Jahr den Gewinn auffressen, hinzu kämen vielerorts an die Inflation gekoppelte Indexmieten. "Wir sind jetzt jenseits von jeglicher betriebswirtschaftlicher schwarzen Zahl", so Bartmann. Für das kommende Jahr fürchtet der Handelsverband Nord daher den Verlust von um die 600 Händlern im Nordosten.

Auch den Verbrauchern könnten Bartmann zufolge 2023 Preiserhöhungen von bis zu 5 Prozent blühen. Vollständig könne man die Inflation jedoch nicht weitergeben. Stattdessen experimentieren die Unternehmen demnach unter anderem mit verkürzten Öffnungszeiten.

Quelle: dpa

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