Mecklenburg-VorpommernJohannes-Stelling-Preis für Schweriner Schule

Diskussion statt Monolog: Der Theaterkurs an der Niels-Stensen-Schule bringt politische Themen auf die Bühne. Dafür gibt es nun eine Auszeichnung der SPD-Fraktion.
Schwerin (dpa/mv) - Der Theaterkurs der Schweriner Niels-Stensen-Schule ist mit dem Johannes-Stelling-Preis für demokratisches Engagement geehrt worden. Mit dem Preis würdigt die SPD-Landtagsfraktion seit 20 Jahren den Einsatz von Personen oder Gruppen für Demokratie und Verständigung, honoriert deren Zivilcourage und zivilgesellschaftliches Engagement.
Der Theaterkurs stehe beispielhaft für demokratische Bildung, Zivilcourage und gesellschaftliches Engagement junger Menschen, hieß es in einer Mitteilung der SPD-Fraktion. Seit Jahren griffen Schülerinnen und Schüler unter der Leitung ihrer Lehrerin Kerstin Brinkmann aktuelle politische und soziale Themen auf – von völkischen Siedlungsstrukturen über Umweltschutz und Pressefreiheit bis hin zu häuslicher Gewalt und Antirassismus. Der Theaterkurs schaffe Räume, in denen Haltung, Meinungsbildung und demokratischer Austausch praktisch erfahrbar werden, hieß es.
Schwesig: Jugendliche tragen zur Meinungsbildung bei
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) lobte laut Mitteilung in ihrer Laudatio den Mut aller Beteiligten des Theaterkurses. "Die Jugendlichen tragen zur Meinungsbildung an der Niels-Stensen-Schule bei, indem sie für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler nicht nur ein Stück anbieten, sondern auch die Möglichkeit der Diskussion und Auseinandersetzung", sagte sie.
Neben dem mit 3.000 Euro dotierten Hauptpreis, der an die Schule ging, verlieh die SPD-Fraktion auch drei Ehrenpreise (je 500 Euro). Ausgezeichnet wurde die Initiative "Omas gegen Rechts Greifswald & drumrum" für ihre Präsenz im öffentlichen Raum und ihre Aufklärungsarbeit. Ebenfalls geehrt wurde das Reallabor Jugendpartizipation Barth sowie das "Bündnis Demokratiela(a)ger" aus Laage.
SPD-Fraktionschef: "Wollen Engagierte ermutigen"
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Julian Barlen sagte: "Wir wollen Engagierte ermutigen, auch in Zukunft Haltung zu zeigen." Initiativen, die für die freiheitlich demokratische Grundordnung einträten und couragiert gegen Fremdenhass und Extremismus aufstünden, verdienten nicht nur Respekt, sondern auch Unterstützung.
Der Namensgeber für den Preis, Johannes Stelling, war von 1921 bis 1924 Ministerpräsident von Mecklenburg-Schwerin. Wegen seiner kritischen Haltung zur NS-Diktatur wurde der in Hamburg geborene Sozialdemokrat im Juni 1933 zusammen mit Gleichgesinnten in Berlin von den Nazis ermordet.