Berlin & BrandenburgJüdische Gemeinde mit eigenem blauen Buddy-Bär

Die jüdische Gemeinde Berlin setzt beim Sommerempfang ein Zeichen – begleitet von prominenter Politik.
Berlin (dpa/bb) - Die jüdische Gemeinde Berlin hat jetzt einen eigenen Buddy-Bären. Der zwei Meter große blaue Bär ist beschrieben mit den Namen aller Einrichtungen der jüdischen Gemeinde. Er wurde am Abend bei deren Sommerempfang im Innenhof der großen Synagoge in Berlin-Mitte vorgestellt. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU), Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) und Gedeon Joffe, Vorsitzender der Gemeinde, enthüllten die Figur. Angesichts der Polizeipräsenz vor der Synagoge in der Oranienburger Straße, sagte Wegner in seiner Begrüßungsrede: "Ich möchte erleben, dass die jüdische Gemeinde feiern kann und keine Polizei nötig ist." Auftrag der Politik und der Gesellschaft sei es, "dass jüdisches Leben in unserer Stadt sicher ist". Auch wenn Menschen mit Kippa Angst hätten, in bestimmte Stadtteile zu gehen, müsse laut Wegner klar sein: Hass, Hetze, Rassismus und Antisemitismus gehörten nicht zur DNA von Berlin; anders als die jüdische Community, die tatsächlicher und wichtiger Teil der Stadt sei.
"Und auch wenn es um das Existenzrecht Israels geht, kann es keine zwei Meinungen geben. Hier ist Haltung gefragt", sagte der Regierende Oberbürgermeister.
Joffe betonte: "Unsere Antwort auf Antisemitismus ist: Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir bleiben und machen weiter. Wir bauen weiterhin jüdisches Leben auf. Wir werden unsere Freiheit verteidigen. Und wir glauben an Deutschland."
Unter den mehreren hundert Gästen aus Wirtschaft, Kirchen, Verbänden und Kultur waren auch Bundesbildungsministerin Karin Prien, Verkehrsminister Patrick Schnieder, Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (CDU), die Berliner Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch, Finanzsenator Stefan Evers (beide CDU) und der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach.