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Mecklenburg-Vorpommern Land stellt eigene Flächen für Aufforstungsprogramm bereit

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Seine Ziele zur Vergrößerung der Waldfläche hat MV in den letzten Jahren konsequent verfehlt. Laut Forstminister Backhaus liegt das am Flächenmangel, denn mit Landwirtschaft lasse sich mehr Geld verdienen. Jetzt stellt das Land selbst Äcker und Wiesen bereit.

Schwerin (dpa/mv) - Weil private Landbesitzer kaum Boden für die auf kurze Sicht wenig gewinnträchtige Aufforstung bereitstellen, wandelt das Land Mecklenburg-Vorpommern nun eigene Agrarflächen um. Bereits in diesem Herbst würden 700 Hektar aufgeforstet, sagte Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Dienstag bei der Vorstellung des jüngsten Forstberichtes Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin. Der Anfang sei im vergangenen Jahr mit 54 Hektar neuem Wald auf ehemaligen Agrarflächen des Landes in der Nähe von Güstrow gemacht worden.

Binnen zehn Jahren nimmt das Land 8700 Hektar aus der Verpachtung heraus und stellt sie für die Aufforstung bereit, wie ein Ministeriumssprecher sagte. Der Minister selbst sprach sogar von 9700 Hektar und damit zehn Prozent aller Agrarflächen im Eigentum des Landes Mecklenburg-Vorpommern. So soll es gelingen, den Waldanteil von jetzt 24 Prozent deutlich zu steigern. Ziel sei es, Niedersachsen mit einem Waldanteil von 26 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 27 Prozent zu überholen, sagte Backhaus.

Das Ziel einer jährlichen Waldmehrung von 1000 Hektar verfolgt Mecklenburg-Vorpommern bereits seit vielen Jahren. Genauso lange scheitert das Land an diesem Anspruch. Der Grund dafür sei, dass man nicht an die Flächen von Eigentümern herankomme, weil andere Nutzungen mehr Geld versprächen, erklärte Backhaus. Deshalb habe man sich entschlossen, nun eigene Agrarflächen zur Verfügung zu stellen. "Wir müssen mehr Wald entwickeln, um die Klimaneutralität zu schaffen", mahnte er.

Backhaus kündigte zudem weitere Programme für zusätzliche Baumpflanzungen in MV an. So soll es ab dem Jahr 2023 Geld für Landwirte geben, die entlang von Gewässern Bäume - wie Weiden, Eschen oder Erlen - pflanzen.

Neben der Neuwaldgründung sei der Umbau von Monokulturen in Mischwälder eine weitere wichtige Aufgabe für den Klimaschutz sowie für sauberes Wasser und Artenvielfalt, sagte der Minister. Noch seien rund 30 Prozent der Forste in MV reine Nadelwald-Monokulturen. Backhaus verteidigte vor diesem Hintergrund, dass bei Abholzungen etwa für Gewerbeansiedlungen oder den Straßenbau nicht unbedingt neuer Wald als Ersatz gepflanzt werden muss, sondern auch der Waldumbau als Ausgleichsmaßnahme zählt.

Backhaus betonte die Leistungen des Waldes für Klima- und Wasserschutz sowie den Artenreichtum, die der jüngste Forstbericht für die Jahre 2015 bis 2019 belege. So seien in Mecklenburg-Vorpommerns Wäldern 1500 Arten festgestellt worden, darunter rund 1000 Insektenarten, von denen einige zuvor als verschollen gegolten hätten. Der Minister forderte mehr Geld für die Forstwirte, wenn diese besondere Leistungen für den Wald erbringen.

© dpa-infocom, dpa:210518-99-649110/4

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