Mecklenburg-VorpommernMV verlässt Spitzengruppe bei Borreliose-Fällen

Zeckenbisse können zu Infektionen mit Krankheiten führen - mit teils schmerzhaften Folgen. In Mecklenburg-Vorpommern ist die Borreliose-Inzidenz zuletzt zurückgegangen.
Schwerin (dpa/mv) - Die Zahl der durch Zecken übertragenen Borreliose-Fälle hat in Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zu einigen anderen Bundesländern abgenommen. "In den letzten fünf Jahren ist die Borreliose-Inzidenz in MV spürbar zurückgegangen, während sie in Ländern wie Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt in etwa auf hohem Niveau geblieben ist - MV zählt damit nicht mehr zur Spitzengruppe, wie das in den Jahren zuvor noch der Fall war", teilte eine Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock der dpa mit.
In diesem Jahr wurden demnach bisher (1. bis 27. Kalenderwoche) 55 Borreliose-Fälle gemeldet. Im selben Zeitraum 2025 waren es den Angaben zufolge noch 153 Fälle.
Meldepflicht in Mecklenburg-Vorpommern weggefallen
Seit dem 7. April 2026 ist in Mecklenburg-Vorpommern laut Lagus die landesspezifische Meldepflicht für Borreliose beziehungsweise Borrelia burgdorferi entfallen. Zu einem Trend bezüglich der Entwicklung der Zahlen in diesem Jahr lasse sich aufgrund dieses Wegfalls der Meldepflicht keine Aussage treffen, teilte die Sprecherin mit.
Zwischen den einzelnen Jahren gebe es teils erhebliche Schwankungen. Die meisten Borreliose-Fälle werden laut Lagus in den Monaten August, Juli und September gemeldet - zusammen fast die Hälfte aller Jahresfälle (ungefähr 49 Prozent). So wurde die höchste Zahl von Borreliose-Fällen im Nordosten in den zurückliegenden zehn Jahren 2017 mit damals 1.089 Fällen registriert, die niedrigste 2023 mit 382.
Gefahr nach unbehandelten Bissen
Borreliose gilt als die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung in Deutschland. Eine Impfung gegen die bakterielle Infektion existiert bislang nicht, eine frühzeitige Behandlung mit Antibiotika ist jedoch in den meisten Fällen sehr wirksam. Typisch für die Erkrankung ist die sogenannte Wanderröte: eine ringförmige Rötung der Haut rund um die Einstichstelle. Bei ausbleibender Behandlung kann es auch Wochen oder Monate später zu Nerven- oder Gelenkentzündungen kommen.
Häufig sitzen die Zecken auf hohen Gräsern oder Ästen und Menschen streifen sie im Vorbeigehen ab. Um sich vor einem Zeckenbiss zu schützen, wird empfohlen, bei Wanderungen geschlossene Schuhe und lange Hosen zu tragen, Insektenspray zu nutzen und nach Aufenthalten in der Natur Körper und Kleidung gründlich abzusuchen.