Mecklenburg-VorpommernRügener LNG-Terminal darf dauerhaft ohne Landstrom laufen

Entgegen ursprünglicher Pläne läuft das Rügener LNG-Terminal weiterhin ohne Landstrom. Eine entsprechende Genehmigung beendet einen langjährigen Streit.
Mukran (dpa/mv) - Das Rügener Terminal für Flüssigerdgas (LNG) darf dauerhaft ohne Landstrom betreiben werden. Das zuständige Landesamt habe eine entsprechende Genehmigung für die Nutzung schiffsseitiger Gasgeneratoren erteilt, teilte die Firma Deutsche Regas mit. Das zuständige Schweriner Umweltministerium bestätigte die Genehmigung.
Ursprünglich war geplant, das Terminal schon ab Anfang 2025 mit Landstrom zu versorgen. Dafür war eine Anlage mit Kraft-Wärme-Kopplung vorgesehen. Nach Angaben der Deutschen Regas gab es allerdings Probleme bei der Beschaffung. Zudem wäre diese den Angaben zufolge ebenfalls mit dem per Schiff gelieferten Gas des Terminals betrieben worden.
Genehmigungsverfahren sorgte für Gerichtsstreit
Wegen des Verzichts auf eine Landstromanlage war eine Änderungsgenehmigung notwendig geworden. Die Deutsche Regas hatte zwar gegen das Verfahren geklagt, war aber vor dem Bundesverwaltungsgericht unterlegen.
Das Terminal wird nach Unternehmensangaben bereits seit Inbetriebnahme mit schiffseigenen Generatoren betrieben. Dies war bislang im Rahmen einer Übergangsregelung möglich, ist nun aber dauerhaft genehmigt.
Kritiker sahen durch den Verzicht auf eine Landstromanlage die Gefahr höherer Lärm- und Schadstoffbelastung. Ingo Wagner, geschäftsführender Gesellschafter der Deutschen Regas erklärte, mit der Genehmigung herrsche "Gewissheit, dass für den Betrieb mit den schiffseigenen Gasgeneratoren die Grenzwerte der Genehmigung eingehalten werden".
Landesumweltminister: Beitrag zur Versorgungssicherheit
Der Schweriner Umweltminister, Till Backhaus, erklärte: "Wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, besteht die Pflicht, eine Genehmigung zu erteilen." Weiter betonte der SPD-Politiker: "Dabei haben wir strenge Auflagen zum Schutz von Mensch und Umwelt festgelegt, um die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten."
Die Entscheidung zum LNG-Terminal in Mukran sei vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Lage und der weiterhin angespannten Energiemärkte ein wichtiger Beitrag zur Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa. LNG sei eine Brückentechnologie. "Sie hilft, Versorgungssicherheit zu gewährleisten und Abhängigkeiten zu reduzieren – ersetzt aber nicht den notwendigen Ausbau der erneuerbaren Energien."