Mecklenburg-VorpommernBewerbungsstart für erweiterte Landarztquote in MV

In einer Arztpraxis im Nordosten auf dem Land arbeiten – ohne Einser-Abi, aber mit einer Bedingung. Ab heute können sich Interessierte für einen der 57 Studienplätze bewerben.
Schwerin (dpa/mv) - Wer Ärztin, Zahnarzt oder Apothekerin auf dem Land werden will, kann sich ab sofort an den Universitäten in Mecklenburg-Vorpommern für einen Studienplatz bewerben. Beim neuen Auswahlverfahren gehe es nicht mehr allein um die Abiturnote, sondern auch um soziale Kompetenzen, persönliche Motivation und praktische Erfahrungen, sagte Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) laut einer Mitteilung.
Insgesamt stünden bis zu 57 Plätze zur Verfügung – darunter maximal 42 in der Humanmedizin, acht in der Zahnmedizin und sieben in der Pharmazie. Wer einen Studienplatz bekomme, verpflichte sich, nach dem Studium mindestens zehn Jahre auf dem Land zu praktizieren. Vier Wochen lang können sich Interessierte demnach online bewerben.
Auch Gynäkologie oder Neurologie möglich
Neu ist laut dem Ministerium auch, dass künftige Absolventen nicht mehr nur als Hausärztinnen und Hausärzte oder Kinderärztinnen und Kinderärzte arbeiten könnten. Je nach regionalem Versorgungsbedarf könnten sie auch andere Facharztrichtungen wie Augenheilkunde, Gynäkologie, Dermatologie, Urologie, Neurologie oder Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde einschlagen.
Ende Januar hatte der Landtag mehrheitlich für die erweiterte Landarztquote gestimmt. Jeweils zehn Prozent aller Studienplätze für angehende Ärzte, Zahnärzte und Apotheker werden nun nach diesem Prinzip vergeben. Eine Landarztquote gibt es bereits seit 2020, zuvor waren es 7,8 Prozent aller Studienplätze gewesen. Für die anderen beiden Fächer ist die Quote neu. Ziel sei es, die Versorgung im ländlichen Raum in MV zu sichern.