Mecklenburg-VorpommernKrankenkasse: Zecken-Saison in MV in vollem Gange

Zeckenbisse bleiben oft harmlos, können aber auch zu Infektionen mit Krankheiten führen. In MV sind die Blutsauger bereits wieder aktiv. Das zeigen auch Infektionszahlen. Worauf sollte man achten?
Schwerin (dpa/mv) - Angesichts der laufenden Zecken-Saison auch in Mecklenburg-Vorpommern ruft die Krankenkasse Barmer zur entsprechenden Gesundheitsvorsorge auf. "Schon bei niedrigen Plusgraden sind Zecken wieder aktiv und können Krankheitserreger übertragen." Für dieses Jahr verzeichnet das Robert Koch-Institut (RKI) für Mecklenburg-Vorpommern bislang 26 Fälle von Borreliose, einer Krankheit, die durch Zecken übertragen wird.
"Wer in der Natur unterwegs ist, sollte sich und gegebenenfalls die Kinder anschließend gründlich auf Zecken absuchen", rät Barmer-Landeschef Henning Kutzbach. "Denn je früher eine Zecke entdeckt und entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Borreliose-Infektion." Ein Zeckenstich sei kein Grund zur Panik. Denn nicht jede Zecke trage gefährliche Krankheitserreger in sich. Wichtig sei dennoch, die Zecke umgehend zu entfernen - bestenfalls mit einem geeigneten Hilfsmittel, etwa einer Pinzette oder einer Zeckenkarte.
"Die Einstichstelle sollte in den nächsten Tagen und Wochen gut beobachtet werden. Schwellungen oder Rötungen könnten ein Anzeichen für eine Borreliose sein", erklärt Kutzbach. "Dann sollte die Hausärztin oder der Hausarzt aufgesucht werden."
Anzeichen einer Borreliose sind laut Barmer eine ringförmige Hautrötung um die Einstichstelle und grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen. Unbehandelt kann sie zu Gelenk-, Herzmuskel- und Nervenentzündungen führen.
Mitmachaktion des Nabu
Zecken können den Angaben zufolge auch Viren übertragen, die eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) hervorrufen. In schweren Fällen könne diese zu einer Hirnhautentzündung führen oder das Rückenmark schädigen. Zecken tragen nur in bestimmten Regionen FSME-Viren in sich. Bisher gibt es in Mecklenburg-Vorpommern keine FSME-Risikogebiete. Gegen FSME gibt es eine Schutzimpfung, Borreliose wird mit Antibiotika behandelt.
Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat zuletzt dazu aufgerufen, bei der Erfassung von Zeckenarten in Deutschland zu helfen. Zecken breiteten sich in Deutschland immer weiter aus. Auch Arten, die ursprünglich aus wärmeren Regionen stammten, fühlten sich mehr und mehr heimisch.
Mitmachen können Interessierte, indem sie Nahaufnahmen von Zecken machen, die sie etwa nach dem Aufenthalt im Freien an sich finden. Ein Leitfaden im Internet hilft bei der Bestimmung. Online könne der Fund dann mit einem Meldeformular eingegeben und können Fotos hochgeladen werden.