Mecklenburg-VorpommernMehr Menschen haben Antrag auf SED-Opferrente gestellt

Tausende politisch verfolgte Menschen landeten in der DDR im Gefängnis. Betroffene können SED-Opferrente bekommen. Dafür müssen sie einen Antrag stellen. Die kommen fast täglich in der Behörde an.
Schwerin (dpa/mv) - Auch Jahrzehnte nach dem Fall der Mauer stellen noch immer viele Menschen in Mecklenburg-Vorpommern einen Antrag auf SED-Opferrente. Nahezu täglich sei im vergangenen Jahr ein solcher Antrag eingegangen, sagte Landes-Justizministerin Jacqueline Bernhardt (Linke) laut Mitteilung.
Von knapp 270 Anträgen seien inzwischen mehr als 70 Prozent bewilligt. "Da sich sowohl die Zahl der Anträge als auch der Bewilligungen im Vergleich zu 2024 ungefähr verdoppelt hat, ist zu erkennen, dass die Aufarbeitung der DDR-Geschichte noch längst nicht ad acta gelegt werden kann."
Das Ministerium hat eigenen Angaben zufolge im Jahr 2025 von den 269 Anträgen bisher 192 Antragstellerinnen und Antragstellern die SED-Opferrente von monatlich 400 Euro zugesprochen. Das Land zahlte im vergangenen Jahr demzufolge rund 13,38 Millionen Euro SED-Opferrente an 2.970 anerkannte Opfer des DDR-Regimes aus, die vor 1989 staatlich organisiertes Leid erfahren haben.
Die SED-Opferrente gibt es seit 2007. 2019 trat eine Verbesserung in Kraft. Menschen, die in der ehemaligen DDR eine mit wesentlichen Grundsätzen einer freiheitlichen rechtsstaatlichen Ordnung unvereinbare Haftstrafe von mindestens 90 Tagen erlitten, haben einen Anspruch. Voraussetzung ist eine strafrechtliche Rehabilitierung.