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Mecklenburg-Vorpommern Prozessbegleitung: Hoffmeister für Vereinfachung

Katy Hoffmeister (CDU), Justizministerin von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Frank Hormann/dpa

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Schwerin (dpa/mv) - Minderjährige Opfer von schweren Sexual- und Gewaltstraftaten sollen nach dem Willen von Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) bei den Prozessen gegen ihre mutmaßlichen Peiniger besser unterstützt werden. Das Hilfsangebot der psychosozialen Prozessbegleitung solle daher künftig nicht mehr nur auf Antrag der Betroffenen gewährt, sondern auch von Amts wegen angeordnet werden können. Zur Justizministerkonferenz im Herbst werde sie eine Initiative dazu einbringen, kündigte Mecklenburg-Vorpommerns Ressortchefin am Dienstag in Schwerin an.

Seit 2017 hätten Minderjährige und besonders schutzbedürftige erwachsene Opfer von schweren Sexual- und Gewaltstraftaten einen Anspruch auf die für sie kostenlose psychosoziale Prozessbegleitung. Doch wüssten Eltern betroffener Kinder oft nichts von der Möglichkeit oder scheuten davor zurück, Anträge zu stellen. "Die psychosoziale Prozessbegleitung halte ich aber für ein derart wichtiges Instrument, dass ich mit meinen Kolleginnen und Kollegen auch darüber sprechen werde, ob nicht die Prozessbegleitung auch für alle Opfer häuslicher Gewalt ermöglicht werden sollte", machte Hoffmeister deutlich. Das müsste dann im Bundesgesetz festgeschrieben werden.

Laut Ministerium sind derzeit in Mecklenburg-Vorpommern 13 anerkannte Prozessbegleiter tätig. Sie bereiten Opfer von schweren Sexual- und Gewaltstraftaten psychologisch auf den Ablauf eines Gerichtsverfahrens und auf ein erneutes Zusammentreffen mit dem Tatverdächtigen vor. Im Jahr 2019 hätten sie 30 von den Gerichten genehmigte Anträge bearbeitet, hieß es.

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