Mecklenburg-VorpommernTraditionsreiches Ostsee-Hotel zum Jubiläum mit Goldakzenten

Einst prominente Gäste aus Ost und West und nun goldglänzende Balkone - das Hotel Neptun in Warnemünde hat etwas zu feiern und zeigt das deutlich. Das Wahrzeichen hat eine bewegte Geschichte.
Rostock (dpa/mv) - Kubas Staatschef Fidel Castro nächtigte schon hier, und auch Helmut Schmidt trug sich schon ins Gästebuch ein - das Hotel Neptun, jahrzehntelang Sehnsuchtsort und schon lange Wahrzeichen von Rostocks Seebad Warnemünde, feiert im Juni 55-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wurde der elegante Bau nun goldglänzend dekoriert.
55 Balkone in goldenem Gewand sollen laut Hotelbetreibern daran erinnern, dass das traditionsreiche Haus 1971 eingeweiht wurde. Hinter der Aktion steht den Angaben zufolge der Künstler Joerg Waehner. Er habe vergangenes Jahr bereits das Mies van der Rohe Haus Berlin in Berlin mit Rettungsfolie im goldenen Glanz erscheinen lassen. Das Hotel hat den Angaben zufolge während seines Bestehens bereits über neun Millionen Gäste aus mehr als 120 Ländern empfangen.
Die Stasi schaute genau hin
Für DDR-Bürger blieb ein Aufenthalt in dem von Schweden gebauten Haus mit seinen 19 Stockwerken meist ein Traum. In den ersten 20 Jahren waren Gäste hauptsächlich staatstreue "verdiente Werktätige" für 300 DDR-Mark pro Woche.
Dass aber auch westdeutsche Prominenz kam, war wohl ein wesentlicher Grund, weshalb die Stasi ein besonderes Interesse für das Neptun entwickelte. So ist laut Stasi-Unterlagen-Behörde in Rostock bekannt, dass von der Gründung bis zur Wende rund 250 inoffizielle Mitarbeiter des DDR-Geheimdienstes im Hotel tätig waren.
Die legendäre Broiler-Bar im Erdgeschoss versprüht stilistisch weiterhin den Charme früherer Zeiten und ist stets gut besucht. Dort werden - für ein Fünf-Sterne-Haus eher ungewöhnlich - noch immer knusprige Hähnchen serviert.