Mecklenburg-VorpommernUntreue-Prozess gegen Ex-Chefs der Awo-Müritz erst 2021

Schwerin (dpa/mv) - Der mit Spannung erwartete Untreue-Prozess gegen zwei Ex-Manager der Arbeiterwohlfahrt aus Waren (Müritz) am Landgericht Schwerin wird frühestens im ersten Quartal 2021 beginnen. Das erklärte ein Sprecher des Landgerichtes am Montag. Vorher müsse die Wirtschaftsstrafkammer noch andere Verfahren verhandeln. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ex-Geschäftsführer der Awo-Müritz, Peter Olijnyk, Untreue in drei besonders schweren Fällen und seinem damaligen Kreisvorsitzenden und Awo-Vizelandesschef Götz-Peter Lohmann seit Januar Beihilfe zur Untreue vor.
Der Fall sorgt seit der Geschäftsführer-Kündigung 2016 für Schlagzeilen und gilt als Ausgangspunkt für einen Landtags-Untersuchungsausschuss zu Praktiken bei Sozialverbänden. Die Beiden sollen sich unter Missachtung der Satzung des Awo-Kreisverbandes überhöhte Gehälter zugeschanzt haben, wie es in einem Bericht des Awo-Landesverbandes hieß.
Von 2005 bis 2016 soll Olijnyk laut Staatsanwaltschaft illegal Geldbeträge und Ansprüche in Höhe von 1,2 Millionen Euro erlangt haben. Im Gegenzug habe der Ex-SPD-Bundestagsabgeordnete Lohmann einen Arbeitsvertrag von einer Awo-Tochtergesellschaft bekommen, der dem 78-Jährigen viel Geld ohne entsprechende Arbeitsleistungen gebracht haben soll. Einen ersten Zivilprozess hatte der 71-jährige Olijnyk am Rostocker Oberlandesgericht verloren - er muss 390 000 Euro seines damaligen Gehaltes zurückzahlen.