Mecklenburg-VorpommernVerdi Nord begrüßt Tarifabschluss: Angleichung an Westniveau

Für die gut 900.000 Beschäftigten in Kitas, Unikliniken oder Behörden der Länder gibt es einen Tarifabschluss. Verdi Nord begrüßt die Angleichung der Arbeitszeit an das Westniveau.
Schwerin/Potsdam (dpa/mv) - Die Gewerkschaft Verdi Nord hat den neuen Tarifvertrag für die Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder begrüßt. Nach den teils harten Auseinandersetzungen an den Unimedizinen Rostock und Greifswald bringe diese Tarifrunde nun den entscheidenden Durchbruch bei der Angleichung der Arbeitszeit an das Westniveau, teilte die Gewerkschaft mit. Die wöchentliche Arbeitszeit der Landesbeschäftigten werde schrittweise auf 38,5 Stunden abgesenkt. Die Reduzierung erfolgt in drei Stufen um jeweils 0,5 Wochenstunden, beginnend ab dem 1. Januar 2027.
"Das war ein hartes Stück Arbeit. Die Kolleginnen und Kollegen haben mit gewerkschaftlicher Solidarität und entschlossenem Arbeitskampf enormen Druck aufgebaut – und damit erreicht, dass endlich mehr Gerechtigkeit hergestellt wird", sagte Landesbezirksleiterin Susanne Schöttke.
Weitere Warnstreiks oder ein unbefristeter Streik sind vom Tisch
Die Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder sollen in drei Schritten insgesamt 5,8 Prozent mehr Geld bekommen. Darauf einigten sich die Gewerkschaften Verdi und Beamtenbund dbb mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) nach tagelangen Tarifverhandlungen, wie beide Seiten in Potsdam mitteilten. Der neue Tarifvertrag soll 27 Monate laufen, bis zum 31. Januar 2028. Weitere Warnstreiks oder gar ein unbefristeter Streik sind damit vom Tisch.
Die Erhöhung soll nach Angaben der Gewerkschaft mindestens 100 Euro im Monat ausmachen. Nachwuchskräfte sollen 150 Euro mehr bekommen. Die Arbeitsbedingungen im Osten sollen den West-Regelungen angeglichen werden, sowohl beim Kündigungsschutz als auch bei der Verringerung der Arbeitszeit an den drei ostdeutschen Unikliniken in Rostock, Greifswald und Jena. Die Zulage für Schichtdienste steigt auf monatlich 100 Euro. Die Wechselschichtzulage steigt auf 200 Euro im Monat, in Krankenhäusern auf 250 Euro.