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Mecklenburg-VorpommernWemag erhält Millionen-Darlehen für Netzausbau

08.01.2026, 15:59 Uhr
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Das Stromnetz im Nordosten muss ausgebaut werden. Der westmecklenburgische Energieversorger Wemag bekommt dafür jetzt europäische Unterstützung.

Schwerin (dpa/mv) - Der kommunale Energieversorger Wemag mit Sitz in Schwerin erhält von der Europäischen Investitionsbank (EIB) ein Darlehen in Höhe von 220 Millionen Euro für den Netzausbau. Die beiden Parteien unterzeichneten in der Landeshauptstadt einen entsprechenden Vertrag. Das Geld soll ein Drittel der Kosten der geplanten Netzinvestitionen in den kommenden vier Jahren decken.

"Die Zusage der Europäischen Investitionsbank gibt uns die finanzielle Kraft, das Stromnetz in Westmecklenburg für die Zukunft zu rüsten", sagte der kaufmännische Vorstand der Wemag, Caspar Baumgart. Durch den steigenden Anteil an erneuerbaren Energien in Westmecklenburg – vor allem durch den Ausbau bei Photovoltaik und Elektromobilität – müsse die Netzinfrastruktur der Wemag zufolge leistungsfähiger werden.

"Die Energiewende ist in MV sehr erfolgreich", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) vor der Vertragsunterzeichnung in Schwerin. Es sei gut, auf die Ressourcen zu setzen, die es im Land gebe: Wind, Sonne, Erdwärme und Biomasse.

Was ist konkret geplant?

Neben insgesamt 113 Kilometer langen neuen Stromleitungen sollen in den kommenden vier Jahren auch zwei Verknüpfungspunkte und 22 Umspannwerke entstehen, sagte Baumgart. Derzeit könnten 3.000 Megawatt Strom in das Stromnetz eingespeist werden, künftig sollen es 11.300 Megawatt sein. Das Netz der Wemag erstreckt sich nach eigenen Angaben über Mecklenburg, Nordwestbrandenburg und den Osten Niedersachsens auf einer Länge von insgesamt 16.000 Kilometern.

Wie geht es beim Netzausbau in MV voran?

"Der Netzausbau in Mecklenburg-Vorpommern ist in den vergangenen Jahren deutlich vorangekommen, bleibt aber weiterhin eine Herausforderung", hieß es vom Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern auf Anfrage. Wichtige Projekte im Land seien erfolgreich genehmigt worden und könnten nun umgesetzt werden, etwa die Netzanbindung des Offshore-Windparks "Gennaker" und Netzverstärkungen in der Region Rostock.

"Um steigende Einspeisemengen und neue Großverbraucher aufnehmen zu können, sind der zeitnahe Ersatz von Bestandsleitungen und der weitere Netzausbau erforderlich", so das Ministerium. Derzeit müssen Windräder oder Solarparks bei Engpässen im Stromnetz abgeregelt werden, was hohe Entschädigungszahlungen zur Folge hat.

Quelle: dpa

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