Niedersachsen & BremenAfD Niedersachsen wählt Schledde erneut zum Chef

Trotz interner Spannungen setzt die AfD Niedersachsen auf Kontinuität: Die Delegierten bestätigen ihren Landeschef deutlich im Amt. Gleichzeitig belasten Vorwürfe und Ermittlungen die Partei.
Dötlingen (dpa/lni) - Ansgar Schledde bleibt Landeschef der AfD Niedersachsen. Auf einem Parteitag in Dötlingen (Landkreis Oldenburg) wurde er mit 95 Prozent der Stimmen wiedergewählt. 134 Delegierte stimmten für ihn, sieben gegen ihn, zwei enthielten sich. "Wir sind stark und einig wie noch nie", sagte Schledde.
Für interne Grabenkämpfe sei keine Zeit mehr, da mit den Kommunalwahlen im Herbst und der Landtagswahl im nächsten Jahr zwei wichtige Wahlen bevorstünden. Schledde kündigte an, nun in die Offensive zu gehen. "Wir wehren uns erfolgreich, aber wir tun das nicht laut, weil wir an das Wohl der Partei und des Landes denken, nicht an unsere eigene Karriere in Brüssel oder Berlin."
Vorwürfe und Ermittlungen
Der Parteitag fällt in eine Phase innerparteilicher Spannungen. Der Landesvorstand um den wiedergewählten Vorsitzenden Schledde sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert: In zwei sogenannten Brandbriefen hatten die AfD-Europaabgeordnete Anja Arndt und weitere Parteimitglieder von einem "korrupten System" und einer "Parallelorganisation" gesprochen. Zudem gibt es Vorwürfe der Vetternwirtschaft, die die Parteispitze zurückweist.
Im Februar stufte der Verfassungsschutz den Landesverband als extremistische Bestrebung ein; nach einer Klage der Partei ist diese Einstufung vorerst ausgesetzt. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt wegen des Verdachts der Untreue und möglicher Verstöße gegen das Parteiengesetz gegen mehrere Bundestags- und Landtagsabgeordnete sowie weitere Parteimitglieder.