Niedersachsen & BremenBildungsmonitor: Niedersachsen landet im Mittelfeld

In einem neuen Vergleich schneiden Bremen und Niedersachsen schlecht bis mittelprächtig ab. Aber es gibt aus beiden Ländern auch Positives zu vermelden.
Hannover/Bremen (dpa/lni) - Niedersachsens Bildungssystem ist im neuen "Bildungsmonitor" der wirtschaftsnahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) im Mittelfeld gelandet. Das Land steht in der Studie auf Rang 8 von 16 Ländern. Schlusslicht ist das Bundesland Bremen, Spitzenreiter erneut Sachsen, vor Bayern und Hamburg, wie die INSM am Mittwoch mitteilte.
Stärken weise Niedersachsens Schul- und Wissenschaftslandschaft bei der Integration, Zeiteffizienz und Forschungsorientierung auf, stellen die Autoren der Studie fest. Aber auch Bremen habe im Ländervergleich Stärken: So werden in dem Zwei-Städte-Staat gemessen an der akademischen Wohnbevölkerung die meisten Akademiker ausgebildet. Auch sei der Anteil der Wissenschaftler am Gesamtpersonal der Hochschulen der höchste in Deutschland, und die Betreuungsrelation in Kindergärten sei in Bremen gut.
In Sachen Digitalisierung weise Bremen ebenfalls Stärken auf. So sei die Breitbandverfügbarkeit an Schulen, der Zugang zu Weiterbildung für Lehrkräfte und die Informatikausbildung in Berufsschulen und Hochschulen gut.
Im Falle Niedersachsens bemängeln die Bildungsforscher einen relativ niedrigen Anteil der ausländischen Studierenden an den Hochschulen. Auch würden gemessen an den erwerbstätigen Ingenieuren nur wenige Ingenieure an den Hochschulen ausgebildet. Und in den Kindertagesstätten besuchen der INSM zufolge wenige Kinder eine Ganztagesbetreuung.
Der Geschäftsführer Bildung der Arbeitgeberverbände Nordmetall und AGV Nord, Peter Golinski, forderte den Bremer Senat auf, mehr für die Schulen zu tun, weil das Bundesland sonst bei der Bildung völlig vom Rest der Republik abgehängt werde. Auch die Integration von Kindern und Jugendlichen ohne deutsche Staatsangehörigkeit gelinge in Bremen nur unzureichend.
"Niedersachsen muss dringend mehr in die Ganztagsbetreuung investieren", forderte Golinksi zudem. Wenn Eltern mehr und bessere Betreuungsangebote für ihre Kinder hätten, würde das die Erwerbsbeteiligung im Land und die Wirtschaftskraft ankurbeln. Auch müsse Niedersachsen mehr für den Ingenieurnachwuchs tun.
Die von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie finanzierte INSM legt jedes Jahr einen Bundesländer-Vergleich vor, der zum Beispiel die Bemühungen der Länder zur Reduzierung der Bildungsarmut bewertet.
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