Niedersachsen & Bremen"Bisschen Demut tut uns gut": 96-Coach Leitl dämpft Euphorie

Hannover gewinnt in der 2. Liga gegen Düsseldorf und zieht am direkten Konkurrenten vorbei. Trainer Stefan Leitl warnt vor zu viel Freudentaumel. Insbesondere der Torwart zeichnet sich aus.
Hannover (dpa/lni) - Nach dem wichtigen Erfolg für Hannover 96 im Aufstiegsrennen der 2. Fußball-Bundesliga gegen Fortuna Düsseldorf und dem Sprung auf den vierten Tabellenplatz hat Stefan Leitl die Euphorie gebremst. "Dass wir Trainer und Spieler alle Spiele gewinnen wollen, ist auch klar, aber ein bisschen Demut tut uns gut hier in Hannover", sagte der 96-Coach nach dem 2:0 (2:0) gegen die Rheinländer am Dienstagabend.
96 hat den fünften Pflichtspielsieg von Düsseldorf verhindert und ist an dem direkten Konkurrenten im Aufstiegsrennen vorbeigezogen. Die Hausherren ließen mit dem Erfolg die Fortuna und den SC Paderborn, der überraschend gegen Arminia Bielefeld verlor, hinter sich.
"Wir wissen, was noch auf uns zukommt", sagte Cedric Teuchert, Torschütze zum 2:0, nach der Partie. Dass 96 oben dran ist, sei schön. "Ich glaube, es ist dieses Jahr ziemlich unangenehm, gegen uns zu spielen", fügte der Angreifer hinzu.
Leitl würdigte die "extrem enge Liga": "Das ist der Reiz der zweiten Liga." Nuancen entscheiden Spiele, wie er erklärte. Und diese Nuancen scheint Hannover derzeit zu treffen. "Die Jungs haben im Moment eine unfassbare Energie", lobte der 45 Jahre alte Coach.
In der ersten Hälfte bestimmten zunächst aber die taktisch gut eingestellten Gäste die Partie und ließen 96 nicht viele Möglichkeiten. Das Heim-Team leistete sich vor der Führung einige Ballverluste und erhielt kaum Zugriff.
Die Kraft auf dem Platz in den ersten Spielminuten vermisste Leitl. Doch nach einem langen Einwurf des neu in die Startelf gerückten Abwehrspielers Jannik Dehm sorgte Angreifer Havard Nielsen (34. Minute) mit einer Direktabnahme für die eher überraschende Führung. "Dass ich das Ding direkt vom Einwurf reinmache, war nicht geplant", offenbarte der Norweger.
Möglicherweise beflügelte die unkonventionelle Aktion das Spiel der Niedersachsen. Die Hausherren wurden danach stärker und Teuchert (43.) erhöhte vor dem Pausenpfiff für 96.
Beide Mannschaften erarbeiteten sich in der zweiten Hälfte noch vereinzelt gute Torchancen. 96-Torwart Ron-Robert Zieler ließ aber keine Spannung aufkommen und vereitelte (69./75.) mehrere Düsseldorfer Schussversuche.
Daher wusste der Trainer auch, wem er ein Sonderlob aussprechen musste. "Gut, dass Ron diese Form hat und uns im Spiel hält", sagte Leitl. Teuchert berichtete, dass der Kapitän auch im Training die "unhaltbaren" Bälle pariere: "Man hat wieder gesehen, zu was Ron imstande ist." Jetzt müsse er noch einmal bei Holstein Kiel am Freitag (18.30 Uhr/Sky) halten und "dann kann er sich ausruhen", sagte Teuchert.