Niedersachsen & BremenDGB will Bremer Ausbildungsfonds auch in Niedersachsen

In Bremen ist er nach wie vor umstritten. Jetzt will der DGB den dortigen Ausbildungsfonds gern auch in Niedersachsen übernehmen.
Oldenburg (dpa/lni) - Nach dem Vorbild Bremens sollte nach Meinung des Deutschen Gewerkschaftsbunds auch Niedersachsen einen Ausbildungsfonds einführen. "Für Niedersachsen wünsche ich mir die Einführung des Ausbildungsfonds", sagte der niedersächsische DGB-Bezirkschef Ernesto Harder der "Nordwest-Zeitung" (Oldenburg). "Wie in Bremen sollen alle Betriebe hier einzahlen. Alle, die ausbilden, erhalten dann eine Rückvergütung."
In Bremen müssen alle größeren Unternehmen im Land seit Januar 2025 eine Abgabe zahlen. Damit will das Land dem angespannten Ausbildungsmarkt entgegenwirken. Aus dem Fonds sollen Ausbildungsbetriebe einen Ausgleich für die Ausbildungskosten erhalten - bis zu 2.250 Euro pro Auszubildendem und Jahr. Außerdem werden mit dem Geld unter anderem Weiterbildungen für Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Sprachkurse finanziert.
Während Gewerkschaften den Bremer Ausbildungsfonds unterstützen, reißt die Kritik aus der Wirtschaft dort nicht ab. Mehrere Kammern zogen vor Gericht - jedoch ohne Erfolg. Zahlreiche Betriebe wollen das nicht akzeptieren und gehen nun selbst juristisch dagegen vor. Aus ihrer Sicht löst das Gesetz nicht das Fachkräfteproblem, sondern bringt eine zusätzliche finanzielle und bürokratische Belastung.
Harder war im Dezember zum neuen Bezirksvorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt gewählt worden. Davor war er seit 2021 Landesleiter des DGB in Bremen.