Niedersachsen & BremenGrippewelle in Niedersachsen – Impfung ist noch sinnvoll

Schon im Dezember gab es kurz vor Weihnachten vermehrt Grippefälle. Nun ist die Grippewelle, den Daten des Landesgesundheitsamtes zufolge, endgültig in Niedersachsen angekommen.
Hannover (dpa/lni) - Die Zahl der Grippe-Erkrankungen in Niedersachsen hat zu Beginn des Jahres deutlich zugenommen. Daher rät das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) zur Grippeimpfung. "Da die Welle voraussichtlich noch einige Wochen andauert, kann eine Impfung auch jetzt noch sinnvoll sein", sagte NLGA-Präsident Fabian Feil der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Das NLGA untersucht regelmäßig zufällig ausgewählte Proben von Patientinnen und Patienten mit Erkältungskrankheiten. In der zweiten Kalenderwoche sind der Behörde zufolge bei 36 Prozent dieser Proben Influenzaviren nachgewiesen worden. "Die Influenza-Welle ist in vollem Gange", sagte Feil. Ein erster bedeutsamer Anstieg der Grippefälle wurde bereits kurz vor Weihnachten registriert.
Mehr als 1.000 bestätigte Influenzafälle
In der zweiten Kalenderwoche wurden dem NLGA eigenen Angaben zufolge 1.124 laborbestätigte Influenzafälle übermittelt. Seit Ende Juni seien fünf durch Laboruntersuchungen bestätigte Influenza-Todesfälle an das Landesgesundheitsamt übermittelt worden.
Todesfälle allein aufgrund einer Influenzaerkrankung sind dem NLGA zufolge eher selten. Meist führt die Infektion zusammen mit einer schon vorher bestehenden Grunderkrankung zum Tod. Die tatsächliche Anzahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Influenza, gleich ob direkt oder in Verbindung mit einer anderen Krankheit, lässt sich erst nach Ende der Saison anhand der Todesfallstatistik feststellen. In der Saison 2024/25 sind in Niedersachsen 134 Personen mit einer Influenza-Infektion gestorben.
Impfung vor allem für Risikogruppen
Typischerweise beginnt die Influenza-Saison im Januar und dauert bis Ostern – damit hatte die Grippewelle dieses Mal einen relativ frühen Start. Nach der Impfung dauert es rund 14 Tage, bis sie ihre volle Wirkung entfaltet. Vor allem Risikogruppen und Kontaktpersonen wird eine Impfung empfohlen.
Das Labor des Landesgesundheitsamts testet Rachenabstriche von zufällig ausgewählten Patienten mit Atemwegserkrankungen. Von einer Influenza-Welle spricht man, wenn mehr als 20 Prozent dieser Proben positiv sind. Zur Bewertung der Erkältungssaison werden aber auch Daten wie Krankenstände in Kindertagesstätten, Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz sowie Daten der AOK-Niedersachsen zu Krankmeldungen genutzt.