Niedersachsen & BremenNeubildung teils schwächer, aber "verhältnismäßig gut"

Hannover (dpa/lni) - In Niedersachsen bildet sich im längerfristigen Vergleich etwas weniger neues Grundwasser als in früheren Perioden. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) legte am Donnerstag aktuelle Daten vor, die den Zeitraum von 1991 bis einschließlich 2020 umfassen. Zwar pendelte sich demnach die Netto-Neubildung von Grundwasser aus Niederschlägen und Verdunstung im Schnitt mit 136 Millimetern pro Jahr in etwa auf dem Niveau von 1961-1990 (138 Millimeter jährlich) oder 1971-2000 (135 Millimeter jährlich) ein. Aber die sogenannte klimatische Wasserbilanz habe sich seit 2008 "anhaltend unterdurchschnittlich" entwickelt, hieß es aus der Fachbehörde in Hannover. Insgesamt gelte dennoch: "Eigentlich ist das Grundwasser im Land in einem verhältnismäßig guten Zustand."
Die Analyse zeigt vor allem für die Nordseeküste und das Umfeld großer Flüsse wie Elbe oder Weser "Grundwasser-Zehrung" - also einen im langjährigen Mittel höheren Verlust gegenüber der Neubildung. Eine natürliche Ursache dafür sei, dass das Grundwasser dort dichter an der Oberfläche liege. Die Unterschiede spielten jedoch auch eine Rolle bei der Bewertung der Frage, wie stark der Klimawandel die Trockenheit regional verschärfen könnte, erklärte das LBEG - und wie vorhandenes Grundwasser am besten genutzt werden sollte. Insbesondere in West-, Nordost- und Südniedersachsen gab es auch Flächen, in denen die Grundwasser-Neubildung deutlich über dem Durchschnitt lag.
In vielen Kommunen wird die Diskussion über den lokalen Wasserhaushalt und die Verwendungszwecke des Grundwassers energisch geführt. So sind die zulässigen Anteile der Nutzung für Privatverbraucher, Landwirtschaft und Industrie oft umstritten - speziell bei Trinkwasser.
Ende August weihte Umweltminister Olaf Lies (SPD) bei den Harzwasserwerken neue "Wasserampeln" ein. Diese sollen die Versorgungslage anhand eines Farbschemas anzeigen. "Ziel unseres Wassermanagements ist ein veränderter Umgang mit der lebenswichtigen Ressource Wasser", sagte Lies. "Wenn wir nicht endlich verstehen, dass wir in Trockenjahren nicht mehr so sorglos sein dürfen und viel sparsamer damit umgehen müssen, sitzen wir bald auf dem Trocknen."