Niedersachsen & BremenRamelow als Schlichter im Nahverkehrs-Tarifstreit benannt

Eine Schlichtung soll Bewegung in die Tarifverhandlungen für den Nahverkehr in Niedersachsen bringen. Verdi schickt einen prominenten Namen. Auch die Arbeitergeber sehen sich gut vertreten.
Hannover (dpa/lni) - Im Tarifkonflikt des öffentlichen Nahverkehrs in Niedersachsen hat Verdi Bodo Ramelow als Schlichter benannt. Der ehemalige Ministerpräsident Thüringens und heutige Bundestags-Vizepräsident werde die Schlichtung für die Gewerkschaft leiten, teilte Verdi mit. Der Linken-Politiker bringe die Erfahrung mit, in schwierigen und herausfordernden Tarifkonflikten zu guten Lösungen zu kommen, sagte Verdi-Verhandlungsführer Marian Drews.
Für die andere Seite hat der Kommunale Arbeitgeberverband Niedersachsen (KAV) Stephan Rolfes aus Osnabrück als Schlichter benannt. Rolfes sei zuletzt Vorstand der Stadtwerke Osnabrück und dort für den Nahverkehr verantwortlich gewesen, sagte KAV-Hauptgeschäftsführer Michael Bosse-Arbogast. Als Schlichter könne er die Situation der kommunalen Nahverkehrsunternehmen des Landes sehr gut einschätzen.
Entlastungen gefordert
Verdi fordert insbesondere Entlastungen bei der Wochenarbeitszeit und den Schichtdiensten sowie mehr Urlaubstage und höhere Zuschläge für die Arbeit am Wochenende. Der KAV hatte vor den jüngsten Verhandlungen seinerseits darauf verwiesen, dass die Arbeitgeber bereits einen zusätzlichen Urlaubstag von 2027 an anbieten. Außerdem sei man bereit, zwei bisher gewährte sogenannte freie Tage in zusätzliche Urlaubstage umzuwandeln, sodass der bezahlte Jahresurlaub dann insgesamt 33 Tage umfasse.
Im Nahverkehr machte sich der Tarifstreit bereits mit mehreren Warnstreiktagen bemerkbar, unter anderem in Hannover, Braunschweig, Wolfsburg, Göttingen und Osnabrück. Verhandelt wird seit Mitte Februar für zehn kommunale Nahverkehrsunternehmen mit 4.550 Beschäftigten. Ort und Zeit der Schlichtung sollen geheim bleiben. Während des Verfahrens gelte eine Friedenspflicht.