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Niedersachsen & BremenSchönster Heidschnuckenbock 2026 kommt aus Neuenkirchen

09.07.2026, 15:04 Uhr
Ministerin-Miriam-Staudte-beim-Heidschnuckentag

In der Lüneburger Heide treffen sich die Züchter von Heidschnucken seit 1949 jährlich zur Auktion und Prämierung des besten Tieres. "Mister Müden" brachte im Jahr der Schnucke 1.900 Euro ein.

Müden (dpa/lni) - Der aktuell schönste Heidschnuckenbock kommt aus Neuenkirchen im Heidekreis. Das 80 Kilogramm schwere Jungtier wurde beim 77. Heidschnuckentag in Müden an der Örtze in der Gemeinde Faßberg unter 37 Zuchtböcken prämiert. Der Bock brachte 1.900 Euro bei der Versteigerung ein. Züchter Franz Butz zog ihn auf seinem Hof in der Hüte-Stammherde groß.

Neben "Mister Müden" kam der Zweitplatzierte aus der Zucht von Ralf Harms in Eldingen im Landkreis Celle und brachte 1.300 Euro ein. Eine Kommission des Lüneburger Heidschnucken-Verbandes wählt die schönsten und fittesten Tiere aus. Auch die Siegerherde kam vom Verein Schäferhof Neuenkirchen.

"Die Stimmung ist hier ganz gut", sagte Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte bei einem Rundgang. "Es geht darum, dass wir fördern, unterstützen müssen", sagte die Grünen-Politikerin. Die Haltung der Heidschnucken sei eine wichtige Arbeit zum Erhalt der Kulturlandschaft.

Es sei für die Schäfer nicht immer einfach, die hohen Kosten über die Produkte hereinzuholen. Die Erleichterungen bei der Herdenschutzprämie seien gut aufgenommen worden, berichtete sie. In Niedersachsen wurde eine Pauschalprämie für den Schutz von Schafen und Ziegen eingeführt.

Gesunde Beine sind wichtig

Nur die besten Jährlingsböcke werden zur Auktion zugelassen. Die Jungtiere wurden aus den etwa 1800 bis 1900 geborenen Bocklämmern der mehr als 20 Zuchtbetriebe ausgewählt. Alle 37 ausgewählten Böcke wechselten den Besitzer und wurden im Schnitt für 1.140 Euro verkauft. Hunderte Menschen versammelten sich bei bestem Wetter auf dem weitläufigen Gelände.

Zu den Auswahlkriterien gehören etwa die Beinstellung und ein gerader Rücken. Die gesunden Beine sind wichtig, weil die Schnucken oft weite Wege zurücklegen. Das Fell am Kopf muss immer schwarz sein. Bewertet werden Gewicht, äußeres Erscheinungsbild, Abstammung, allgemeiner Wuchs, Hornstellung, Muskeln sowie die Woll- und Fellqualität.

Symboltiere der Lüneburger Heide

Die genügsamen Schafe mit dem langen, grau-schwarzen Vlies sind die Symboltiere der Lüneburger Heide. Es gibt nach Schätzungen des Verbandes mehr als 10.000 von ihnen in Niedersachsen. Einst waren sie die wichtigste Nutztierart in der Region. Die Schnucken werden vor allem in der Landschaftspflege eingesetzt. 2026 ist das internationale Jahr der Heidschnucken, die graue gehörnte Schnucke ist eine gefährdete Nutztierrasse.

Schafe wichtig für Artenvielfalt

Wie wichtig Schafhaltung ist, unterstrich Wendelin Schmücker, Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung: "Wo Schafbeweidung stattfindet, ist die höchste Artenvielfalt." Schafe könnten bis zu 80 Arten transportieren, über das Fell und den Kot würden sie Samen weitertragen und so Biotope vernetzen. Berufs- und Hobbyschäfer müssten sich ergänzen, es gebe nur noch 900 professionelle Betriebe, sagte der Schafhalter aus Winsen/Luhe.

Quelle: dpa

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