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Niedersachsen & BremenWinter hat Nordwesten fest im Griff – Lies mahnt zu Vorsicht

08.01.2026, 16:52 Uhr
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Das winterliche Wetter führt schon jetzt zu Problemen. Am Freitag sollen die Auswirkungen noch größer werden. Worauf müssen sich die Menschen laut Niedersachsens Regierungschef einstellen?

Hannover/Bremen (dpa/lni) - Schulausfälle und Glätteunfälle – das Winterwetter hat Niedersachsen und Bremen fest im Griff. Nach einem verhältnismäßig ruhigen Donnerstagvormittag rechnen die Behörden mit deutlich größeren Auswirkungen am Freitag. So bleiben in ganz Niedersachsen und Bremen am Freitag die Schulen geschlossen.

Grund ist meist, dass die Schulbusse nicht fahren. Bereits am Donnerstag blieben deshalb vor allem im Nordwesten Niedersachsens viele Schulen zu.

Einige Schulen, vor allem Berufsschulen, sollen während der Schließungen Distanzunterricht anbieten. Für die Jahrgänge bis zur zehnten Klasse müssen die Schulen zudem eine Notbetreuung anbieten. Einige Kreisverwaltungen erklärten, dass trotz des pausenlosen Einsatzes der Räumdienste die Schulbeförderung mit Bussen nicht sichergestellt werden könne – daher falle der Präsenzunterricht aus.

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies warnte die Menschen vor unnötigen Fahrten und rief zum Zusammenhalt auf. "Seien Sie vorsichtig, nehmen Sie Rücksicht auf andere und unterstützen Sie hilfsbedürftige Personen", appellierte der SPD-Politiker. "Helfen Sie älteren oder kranken Nachbarinnen und Nachbarn beim Einkauf oder Schneeschippen und kümmern Sie sich um wohnungslose Menschen. Vermeiden Sie unnötige Fahrten oder Fußwege und bringen Sie sich und andere nicht in Gefahr."

Das entlaste auch die Einsatzkräfte, die voraussichtlich stark gefordert sein würden. Es sei mit extremen Wetterlagen mit starkem Schneefall, Blitzeis und Sturm sowie zum Wochenstart zweistelligen Minusgraden zu rechnen.

Wetter wird heftiger

Am Freitag soll das Wetter mit Wintersturm "Elli" heftiger werden. Für die Region in und um Hamburg, den Norden Niedersachsens sowie den Süden und Westen Schleswig-Holsteins hat der Deutsche Wetterdienst eine amtliche Unwetterwarnung vor starken Schneeverwehungen herausgegeben. In Teilen Niedersachsens und Bremens sind bis zu 15 Zentimeter Neuschnee möglich. Dazu kommt ein stärker werdender Wind, der vor allem in der Mitte, im Norden und Osten Niedersachsens für Schneeverwehungen sorgt.

Von Ostfriesland bis zum Wendland im Landkreis Lüchow-Dannenberg wird Dauerfrost erwartet. In südlicheren Gebieten kann es vorübergehend auch regnen, im Tagesverlauf ist aber auch dort wieder mit Schnee zu rechnen. Erst in der Nacht zum Samstag beruhige sich die Lage. Mit Schnee und Schneeverwehungen müssten die Menschen aber weiter rechnen.

Der Autobauer Volkswagen lässt wegen des Sturmtiefs am Freitag die Produktion in Emden ruhen. Beide Schichten entfielen, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Ein eigentlich für Ende Januar in Emden geplanter Ruhetag sei auf diesen Freitag vorgezogen worden. Grund sei die sich abzeichnende Wetterlage und daraus folgende Probleme für Mitarbeiter und Lieferketten.

Tödlicher Unfall im Landkreis Osnabrück

Trotz des noch milderen Wetters gab es bereits am Donnerstag einige Polizeieinsätze. So kam bei einem Autounfall auf glatter Straße ein 31-jähriger Mann in Gehrde im Landkreis Osnabrück ums Leben. Der Fahrer habe am frühen Morgen die Kontrolle über seinen Wagen verloren, das Auto sei frontal gegen einen Baum geprallt, teilte die Polizei mit.

Auf der Autobahn 27 bei Hagen im Bremischen geriet ein Lastwagen ins Schlingern, prallte gegen eine Leitplanke und verkeilte sich. Die Fahrerin wurde leicht verletzt, die Autobahn dort zunächst gesperrt. Die Polizei warnte, die Straßen seien stellenweise "sehr glatt".

Andernorts kam es vereinzelt zu Unfällen mit Blechschäden, teilweise waren Busse beteiligt, wie Polizeien berichteten.

In Bremen rettete die Feuerwehr bereits am Mittwoch einen Hund aus dem Werdersee. Das Tier war auf dem nur teilweise zugefrorenen See in das Wasser geraten, wie die Feuerwehr mitteilte. Der Einsatz am Mittwoch habe "nochmal deutlich aufgezeigt, wie gefährlich es nach wie vor ist, selbst Tiere auf scheinbar zugefrorene Gewässer zu lassen", betonten die Einsatzkräfte. Es bestehe Lebensgefahr.

Einschränkungen im Fährverkehr

Von Freitag an gibt es auch deutliche Einschränkungen bei den Fähren auf die Nordseeinseln. Die Inselgemeinde Langeoog teilte etwa mit, angesichts möglicher orkanartiger Böen, unwetterartiger Schneefälle und Niedrigwasser den Fährverkehr zwischen Festland und Insel am Freitag komplett einzustellen.

Auch Spiekeroog, Norderney, Juist und Wangerooge sind am Freitag nicht per Schiff vom Festland zu erreichen. Nach Baltrum sollte eine Verbindung angeboten werden, nach Borkum sollten einige Verbindungen ausfallen. Die Weserfähre zwischen Bremerhaven und Nordenham soll am Freitagvormittag durch Busse ersetzt werden. Bereits am Donnerstag wurde die Köhlbrandbrücke im Hamburger Hafen wegen rutschiger Fahrbahnen für den Verkehr gesperrt.

Braunschweig erlaubt ausnahmsweise Streusalz

In der Stadt Braunschweig darf Freitag für die verpflichtende Gehwegräumung ausnahmsweise Streusalz genutzt werden. Üblicherweise dürfen Bürgerinnen und Bürger nur andere Materialien wie Splitt nutzen. Die Stadt wies zudem auf erwartet schwierige Straßenverhältnisse hin. Radwege würden zwar geräumt, aus Umwelt- und Baumschutzgründen jedoch nicht mit Auftausalz behandelt.

Die Stadt Göttingen empfahl zudem, Behörden-Termine möglichst zu verschieben. Der Landkreis Göttingen wies darauf hin, dass es auch bei der Müllabfuhr zu Problemen kommen könne.

Quelle: dpa

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