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Niedersachsen & Bremen Tarifstreit in Nordwest-Stahlindustrie: Warnstreiks möglich

Das Logo der IG Metall ist an einer Wand zu sehen.

(Foto: Daniel Karmann/dpa/Symbolbild)

Düsseldorf (dpa/lni) - Im Tarifstreit der nordwestdeutschen Eisen- und Stahlindustrie sind nach einer ergebnislosen zweiten Verhandlungsrunde Warnstreiks wahrscheinlicher geworden. Ende Mai endet die Friedenspflicht. Eine dritte Gesprächsrunde wurde für den 10. Juni vereinbart, wie die IG Metall am Montag mitteilte. Das Tarifgebiet umfasst Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen.

Die Gewerkschaft hatte das Angebot der Arbeitgeber für eine Einmalzahlung erneut zurückgewiesen. "Die Stahlbranche hat seit Monaten volle Auftragsbücher, und die Gewinne sprudeln", erklärte NRW-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Knut Giesler laut Mitteilung. Die Beschäftigten erwarteten daher zu Recht, dass sie an der guten Geschäftsentwicklung angemessen beteiligt würden.

Die Tarifkommission wolle am Mittwoch über das weitere Vorgehen beraten. "Mit dem Angebot einer Einmalzahlung ist die Eskalation des Konfliktes vorprogrammiert. Dafür tragen die Arbeitgeber Verantwortung", sagte der Verhandlungsführer.

Die Arbeitgeber äußerten Unverständnis. Zwar hätten viele Firmen gute Gewinne verzeichnet, aber auf Unternehmensebene auch schon Gewinnbeteiligungen gezahlt, sagte Gerhard Erdmann, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Arbeitgeberverbandes Stahl. Auch könnten die von der Gewerkschaft genannten "sprudelnden Gewinne" schon morgen vorbei sein. "Die Forderung der IG Metall tut so, als ob die Situation lange anhalten werde. Das ist nicht seriös."

Im Tarifgebiet sind laut IG Metall NRW 68.000 Menschen in der Branche beschäftigt. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten eine Erhöhung der Entgelte um 8,2 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Zudem sollen die Tarifverträge zur Altersteilzeit, über den Einsatz von Werkverträgen und zur Beschäftigungssicherung verlängert werden. Die Arbeitgeber hatten in der ersten Runde 2100 Euro Einmalzahlung angeboten.

Quelle: dpa

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