Niedersachsen & BremenUnbekannter lässt sich im Gleisbett von ICE überrollen

Lokführer unter Schock, Züge verspätet: Nach einer waghalsigen Aktion im Gleisbett sucht die Polizei einen Mann, der sich von einem ICE überrollen ließ und anschließend verschwand.
Lüneburg (dpa/lni) - Eine lebensgefährliche Aktion eines Unbekannten im Bahnhof Lüneburg hat zu zahlreichen Zugverspätungen geführt: Als ein ICE einfahren wollte, sprang der Mann vom Bahnsteig und legte sich parallel zu den Schienensträngen ins Gleisbett. Er ließ sich Sonntagnachmittag so vom Zug überfahren, wie die Bundespolizei mitteilte. Anschließend nahm er seine abgelegten Sachen und flüchtete. Der einfahrende ICE sei mit einer Geschwindigkeit von rund 45 Kilometern pro Stunde Richtung Bahnhof gefahren. Trotz eingeleiteter Schnellbremsung habe das Überrollen nicht verhindert werden können. Die rund 200 Fahrgäste im Zug blieben unverletzt. Der unter Schock stehende Lokführer musste abgelöst werden, erst danach konnte der ICE seine Fahrt fortsetzen. Der Bahnhof wurde für den Polizeieinsatz rund 15 Minuten gesperrt. Dies führte den Angaben zufolge bei zwölf Zügen zu insgesamt fast 200 Verspätungsminuten. Zwei Züge mussten zudem umgeleitet werden. Die Bundespolizei ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr.