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Niedersachsen & BremenWarn-Apps, Vorräte, Notgepäck: Was das Land für Krisen rät

09.01.2026, 13:02 Uhr
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Notfall-Rucksack griffbereit? Wie Sie sich laut Niedersachsens Landesregierung auf Stromausfall, Hochwasser oder Extremwetter vorbereiten können.

Hannover (dpa/lni) - Der Nordwesten ist eingeschneit – Wintersturm "Elli" bringt Schneeverwehungen, Glätte, Eis und Minusgrade. Niedersachsens Landesregierung verweist angesichts dieser widrigen Bedingungen auf den Notfall-Monitor des Landes. Dort sind Tipps gebündelt, wie man sich auf Krisensituationen vorbereiten kann. Ein Überblick.

Informationen über drohende Gefahren

Wenn Gefahr in Verzug ist, muss es manchmal schnell gehen. Apps fürs Handy oder Tablet können helfen, solche Warnungen mitzubekommen. Das Land empfiehlt vier Apps für offizielle und verlässliche Informationen:

  • NINA: Diese App des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe schickt Warnmeldungen zu Gefahrenlagen wie Großbränden auf das Handy. Aber auch Wetterwarnungen und Infos zu Hochwasserlagen sind integriert.

  • KATWARN: Auch diese App greift auf Warnungen aus dem NINA-System zurück, sie wird darüber hinaus von Landkreisen und Städten aber auch für weniger zeitkritische Informationen genutzt, beispielsweise um auf Schulschließungen hinzuweisen.

  • BIWAPP: Die Bürger-Info- und Warn-App verbreitet Hinweise zu Großschadens- und Katastrophenlagen – das können Unwetter, Brände oder auch Terroranschläge sein. Viele niedersächsische Kommunen nutzen BIWAPP zudem, um über Schulausfälle zu benachrichtigen. Versendet werden die Meldungen direkt von den zuständigen Institutionen, etwa den Kommunen und deren Leitstellen.

  • Warnwetter: Der Deutsche Wetterdienst stellt hierüber Wettervorhersagen sowie Hinweise zu besonderen Wetterlagen wie Starkregen, Orkanen und Sturmfluten zur Verfügung.

Vorräte für Essen und Trinken

Bei Stromausfall, Hochwasser oder einem Wintersturm wie jetzt "Elli" können Lebensmittel-Reserven sinnvoll sein, so das Land. Am besten sei es, einen Vorrat anzulegen, um bis zu zehn Tage ohne Einkauf überbrücken zu können. "Grundsätzlich gilt: Auch nur ein kleiner Vorrat ist besser als kein Vorrat."

Unter Verweis auf das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) listet der Notfall-Monitor eine beispielhafte Vorratskammer für zwei Personen und zehn Tage auf. Das ist drin:

  • 36 Liter Wasser und 4 Liter Säfte

  • 4 Kilogramm Nudeln und 3 Kilogramm Reis

  • 7 große und 6 mittlere Dosen Gemüse und Hülsenfrüchte

  • 5 große Gläser oder Dosen mit Obst und 5 Tüten Nüsse

  • 4 Liter H-Milch und 1 Kilogramm Hartkäse

  • 6 Dosen Wurst, 5 Dosen Würstchen und 4 Dosen Fisch

  • 1 Flasche Speiseöl und 1 Paket Margarine

  • weiteres nach persönlichen Vorlieben, z.B. Fertiggerichte, Mehl, Kekse, Salzstangen, Honig, Zucker und Salz

Das BBK empfiehlt einen "lebenden Vorrat", das heißt: Lebensmittel nach und nach verbrauchen und durch neue ersetzen. Das Land schreibt weiter, es sei besser, sich planvoll vorzubereiten, als in Krisensituationen zu hamstern.

Notgepäck und Dokumentenmappe

Ein Brand, ein Gasleck, Hochwasser oder Einsturzgefahr durch extremes Wetter – und schon kann es heißen, nichts wie raus aus dem Haus. Ein bereits gepackter Notfall-Rucksack ist dann Gold wert, um einige Tage oder auch länger außer Haus gut zurechtzukommen. Vor allem wichtige Dokumente könnten im schlimmsten Fall sonst später schwer wiederzubeschaffen sein.

Auch hier beruft sich das Land auf das BBK. Die Empfehlungen im Überblick:

Notfall-Rucksack:

  • persönliche Medikamente

  • Erste-Hilfe-Material

  • batteriebetriebenes Radio, Reservebatterien

  • Verpflegung für zwei Tage in staubdichter Verpackung

  • Wasserflasche

  • Essgeschirr und -besteck

  • Dosenöffner und Taschenmesser

  • Taschenlampe, Reservebatterien

  • Schlafsack oder Decke

  • Kleidung für ein paar Tage, auch Wetterschutzbekleidung

  • Kopfbedeckung

  • Arbeitshandschuhe

  • Hygieneartikel, etwa Menstruationsartikel und Windeln, für ein paar Tage

  • Schutzmaske, behelfsmäßiger Atemschutz, auch zum Schutz bei Gefahr durch radioaktive oder chemische Stoffe

  • Fotoapparat, um Schäden dokumentieren zu können, falls kein Handy mit Fotofunktion vorhanden ist

  • für Kinder: Brustbeutel oder SOS-Kapsel mit Namen, Geburtsdatum und Anschrift

In den Rucksack sollte zudem eine Dokumentenmappe:

  • Im Original: Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden bzw. Stammbuch

  • Im Original oder als beglaubigte Kopie: Sparbücher, Kontoverträge, Aktien, Wertpapiere, Versicherungspolicen, Renten-, Pensions- und Einkommensbescheinigungen, Qualifizierungsnachweise: Zeugnisse, Verträge und Änderungsverträge, zum Beispiel auch Mietverträge, Leasingverträge, Testament, Patientenverfügung und Vollmacht

  • Als einfache Kopie: Personalausweis, Reisepass, Führerschein und Fahrzeugpapiere, Impfpass, Grundbuchauszüge, Zahlungsbelege für Versicherungsprämien, insbesondere Rentenversicherung

Weitere wichtige Gegenstände ohne Vorbereitung:

  • Personalausweis / Reisepass

  • Bargeld, Geldkarten

  • Gesundheitskarte der Krankenversicherung

  • Impfpass

  • Haustürschlüssel, Autoschlüssel

  • Handy

Quelle: dpa

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