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Niedersachsen & BremenWestmann will Deutschkurse für ukrainische Spätaussiedler

07.04.2022, 09:17 Uhr
Editha-Westmann-spricht-im-Plenum-des-Landtags-vor-den-Abgeordneten
(Foto: Elena Metz/dpa/Archivbild)

Hannover (dpa/lni) - Die Landesbeauftragte für Heimatvertriebene, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, Editha Westmann, fordert Deutschkurse für Ukrainer mit deutschen Wurzeln. In der Ukraine leben etwa 25.000 Deutschstämmige, viele in den Hafenstädten Odessa und Mariupol, sagte Westmann der "Nordwest-Zeitung" (Donnerstag). Viele Spätaussiedler versuchten derzeit, nach Deutschland zu kommen.

Aber um die Voraussetzungen nach dem Bundesvertriebenengesetz zu erfüllen, müssten die Menschen den deutschen Spracherwerb nachweisen - was unter den Kriegsbedingungen in der Ukraine nicht möglich sei. "Hier müssen wir schnell etwas tun und Sprachkurse anbieten, sobald die Menschen bei uns angekommen sind", sagte Westmann dem Blatt. Das Spätaussiedlerverfahren müsse innerhalb eines halben Jahres abgeschlossen sein.

Es sei kein Geheimnis, dass die russische Seite versuche, mit Fake-News einen Keil in unsere Gesellschaft zu treiben, sagte Westmann außerdem. "Aber gerade die jungen Menschen in den Spätaussiedler-Familien stehen den Nachrichten aus Russland sehr kritisch gegenüber", sagte sie. Einen für das Wochenende in Hannover geplanten pro-russischen Autokorso bezeichnete Westmann insbesondere für die aus der Ukraine geflüchteten Menschen als "schwer auszuhalten". Der Rechtsstaat müsse sich für den Fall von rechtswidrigen Handlungen in einem solchen Korso zur Wehr setzen.

Quelle: dpa

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