Regionalnachrichten

Nordrhein-WestfalenAfD schickt Kandidat für Ministerpräsidenten-Amt ins Rennen

10.07.2026, 13:23 Uhr
Die-Delegierten-haben-beschlossen-dass-der-Spitzenkandidat-offiziell-als-Kandidat-fuer-das-Amt-des-Ministerpraesidenten-in-den-Wahlkampf-gehen-soll

Die AfD kommt auch in NRW auf immer neue Höchstwerte in Umfragen. Erstmals will die Partei nun mit einem Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten in den Wahlkampf gehen.

Marl (dpa/lnw) - Die nordrhein-westfälische AfD will bei der Landtagswahl im kommenden Jahr erstmals mit einem Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten in den Wahlkampf gehen. Das haben die Delegierten beim Landesparteitag in Marl im Norden des Ruhrgebiets beschlossen.

Dass die AfD ihren Spitzenkandidaten als Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten bezeichnet, hat keine rechtlichen Auswirkungen - denn gewählt wird der Ministerpräsident erst vom neuen Landtag. Es unterstreicht aber den Anspruch der Partei auf mehr Einfluss in der Landespolitik.

Wer Spitzenkandidat der AfD wird, soll noch im Laufe des Tages feststehen. Als Favorit gilt Partei- und Fraktionschef Martin Vincentz. Eine Gegenkandidatur gab es zunächst nicht.

Vincentz: AfD muss die Nase vor der SPD haben

Vincentz hatte in einem kurzen Grußwort zur Eröffnung des Parteitags den Anspruch unterstrichen, dass die AfD bei der Landtagswahl ein starkes Ergebnis einfahre. Es gehe in Nordrhein-Westfalen darum, "in der ehemaligen Herzkammer der Sozialdemokratie am Ende die Nase vor der SPD" zu haben, rief Vincentz den Delegierten zu.

Insgesamt will die AfD auf mehreren Konferenzen bis Mitte September 80 Listenplätze vergeben. Angesichts der hohen Umfragewerte rechnet die AfD damit, dass sie 2027 mit mindestens 30 Abgeordneten in den Landtag einziehen könnte. Derzeit sitzen 12 AfD-Abgeordnete im Parlament. Eine WDR-Umfrage sah die AfD in NRW zuletzt bei 17 Prozent und damit gleichauf mit der SPD auf Platz zwei hinter der CDU, die auf 32 Prozent käme.

Machtkampf in der AfD NRW

Die AfD-Parteispitze in NRW ist tief zerstritten und in ein eher gemäßigt auftretendes und ein äußerst rechtes Lager gespalten. Im März war Vincentz nach einem erbitterten Machtkampf im mitgliederstärksten AfD-Landesverband knapp als Parteichef wiedergewählt worden. Der 40-jährige Mediziner führt den Landesverband seit 2022. Er wirbt für einen moderaten Kurs der AfD im Land.

Quelle: dpa

Regionales