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Nordrhein-Westfalen Brückenabriss nach LKW-Brand: A40 für zehn Tage gesperrt

Feuerwehrleute stehen an dem ausgebrannten Tanklaster auf der A40. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild

(Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild)

Wo sonst Zehntausende Autos am Tag fahren, rollen seit Freitagabend nur noch Bagger: Für fast zehn Tage ist die A40 bei Mülheim jetzt gesperrt. Zwei Eisenbahnbrücken werden abgerissen, eine Hilfsbrücke wird eingesetzt. Notwendig nach dem verheerenden Tanklasterbrand.

Mülheim/Ruhr (dpa/lnw) - Die Pendlerautobahn A40 bei Mülheim ist am Freitagabend für mehrere Tage voll gesperrt worden. Grund sind Bauarbeiten an Eisenbahnbrücken nach dem Tanklasterbrand unter einer Brücke Mitte September. Autofahrer sollen den Bereich weiträumig umfahren. Die Sperrung zwischen Kreuz Kaiserberg und Mülheim-Styrum soll spätestens am 14. Dezember um 5.00 Uhr enden.

Zwei Brücken werden abgerissen. Sie waren bei dem Brand schwer beschädigt worden. An der Unfallstelle wird außerdem anstelle einer dritten, bereits abgerissenen Brücke eine Behelfsbrücke eingesetzt. Sie besteht aus vier Einzelteilen und soll am 28. Dezember einsatzbereit sein.

Acht Abrissbagger sollen die Brücken abreißen. Die Bahn rechnet mit rund 200 Lkw-Ladungen Schutt. Weil der Abriss Schäden auf dem Asphalt verursachen wird, muss anschließend auch die Fahrbahndecke erneuert werden. Die vier Brückenteile werden dann mit einem 750-Tonnen-Kran eingehoben. Jedes Teil ist 26 Meter lang und wiegt rund 80 Tonnen.

Der Bahnverkehr zwischen Essen und Duisburg ruht bereits seit Mittwochabend. Hauptgrund sind schon länger geplante Ausbauarbeiten für das neue elektronische Stellwerk in Duisburg. Bereits am 7. Dezember um 4.00 Uhr soll der Bahnverkehr wieder anlaufen. Die Züge nutzen dazu eine bei dem Unfall nicht beschädigte Brücke.

Der Tanklastwagen war am 17. September mit 35 000 Litern Kraftstoff an Bord von der Fahrbahn abgekommen und unter einer Eisenbahnbrücke in Brand geraten. Am Steuer saß ein 41-Jähriger aus Essen. Auch die Brücken in der Nähe wurden durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogen. Die Staatsanwaltschaft Duisburg geht davon aus, dass die "ganz erhebliche Alkoholisierung" des Fahrers die Unfallursache war. Gegen den Mann wird wegen Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Die nach dem Tanklasterbrand bislang entstandenen Kosten hatte die Bahn Mitte November mit einem "zweistelligen Millionenbetrag" angegeben.

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