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Nordrhein-Westfalen Helferinnen und Helfer sollen Kita-Personal unterstützen

Joachim Stamp (FDP), NRW-Familienminister, spricht im Plenum des Landtags. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

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Düsseldorf (dpa/lnw) - In Kindertagesstätten soll das pädagogische Personal in der vierten Corona-Welle wieder mehr Unterstützung durch Helferinnen und Helfer bei einfachen, alltäglichen Arbeiten bekommen können. Familienminister Joachim Stamp (FDP) kündigte am Donnerstag im Familienausschuss des Landtags an, dass das Alltagshelfer-Programm für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Juli wieder aufgelegt wird. Dabei sei eine 100-prozentige Förderung von Assistenzkräften durch das Land vorgesehen. Dafür seien etwa 45 bis 50 Millionen Euro erforderlich. Die CDU erwartet laut einer Mitteilung von dem Förderprogramm eine deutliche Entlastung des Kita-Personals. 3500 Alltagshelfer seien eine willkommene Hilfe.

Stamp verwies auf die präventiven Schutzmaßnahmen gegen Corona in den Kitas und äußerte die Hoffnung, dass aus dem Kreis der freiwilligen Helferinneren und Helfer auch zusätzliches Personal für dauerhafte Tätigkeiten gewonnen werden könnte. Kinder dürften nicht wieder diejenigen sein, die unverhältnismäßig zurücksteckten. "Unsere Bildungseinrichtungen sollen daher nicht nur geöffnet bleiben, ich will auch so viel Normalität ermöglichen wie es zu verantworten ist", betonte Stamp. Das Förderprogramm solle am Dienstag im Kabinett beschlossen werden.

Für den November sei ein Höchststand an Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Kitas seien aber nicht plötzlich zu weniger sicheren Orten geworden, unterstrich Stamp. Durchschnittlich seien an einem Wochentag im November 37 Kitas teilweise und 12 komplett wegen Infektionsschutzmaßnahmen geschlossen gewesen. Das seien insgesamt 0,5 Prozent der Kitas. Im Dezember habe es an einem Tag bisher 34 Teilschließungen und 21 Komplettschließungen gegeben.

In absoluten Zahlen seien von den landesweit insgesamt 10.600 Kitas im November zeitweise 214 zum Teil und 73 komplett geschlossen gewesen. Im Dezember seien es bisher 54 beziehungsweise 31 Kitas gewesen. Den Landesjugendämtern seien im November insgesamt 2436 Kinder und 1789 Kita-Beschäftige als infiziert gemeldet worden. Im Dezember seien es bisher 331 Kinder und 264 Beschäftigte gewesen.

Die Fraktionen von SPD und Grünen im Landtag erklärten, es sei ein Fehler gewesen, das Programm zunächst einzustellen. Alltagshelfer seien vor dem Hintergrund des Personalmangels entscheidende Stützen für den Betrieb der Kitas, betonte Dennis Maelzer, familienpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) begrüßte die Entscheidung und sprach von der Korrektur einer Fehlentscheidung. "Die Lage ist angespannt", so der VBE. Die Kollegen arbeiteten am Limit.

© dpa-infocom, dpa:211209-99-316574/4

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