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Nordrhein-WestfalenHitze in der Altenpflege: Verdi und Diakonie schlagen Alarm

02.06.2026, 14:13 Uhr
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(Foto: picture alliance/dpa)

"Jährlich wiederkehrende Ausnahmezustände": Hitze ist eine große Belastung für Menschen in Alten- und Pflegeheimen. Organisationen fordern Investitionen der Landesregierung in Millionenhöhe.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Angesichts bevorstehender Hitzewellen sehen Gewerkschafts- und Kirchenvertreter akuten Handlungsbedarf, um pflegebedürftige Senioren besser zu schützen. Um die Altenpflege für steigende Hitzebelastungen zu rüsten, fordern die Gewerkschaft Verdi und die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe Investitionen der Landesregierung in Millionenhöhe.

Bei steigenden Temperaturen gerieten viele Einrichtungen an ihre Grenzen, berichtete Diakonie-Pflege-Experte Marc Schué in Düsseldorf. "Es sind jährlich wiederkehrende Ausnahmezustände". Das kratze an der Menschenwürde.

"Ein Mensch, der im Bett liegt und sich nicht bewegen kann, erlebt das noch viel schlimmer", betonte Altenpflegerin Silke Behrendt von Verdi NRW. Den zusätzlichen Betreuungsbedarf bei hohen Temperaturen könne das Pflegepersonal nicht auffangen.

Handtücher und Sprühflaschen statt Klimaanlagen

Technische Maßnahmen wie Klimaanlagen oder Ventilatoren seien in den wenigsten Einrichtungen in NRW vorhanden. Deswegen behelfe man sich mit einfachen Mitteln wie gekühlten Handtüchern, Sprühflaschen und Trinkprotokollen zur ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme. Die körperliche Anstrengung reize auch das Personal aus, sodass es zu noch mehr Ausfällen komme.

Schon im März hatten Verdi und die Diakonie gemeinsam mit Sozialverbänden sowie dem Deutschen Mieterbund NRW in einem Brief an die Landesregierung ein Sofortprogramm von 125 Millionen über fünf Jahre für Maßnahmen zum Hitzeschutz und energetischen Sanierungen in der stationären Pflege gefordert.

"Die Kommunen haben jetzt schon Schwierigkeiten, Sanierungsmaßnahmen für Straßen, Schulen und viele öffentliche Gebäude aus diesen Mitteln zu stemmen", unterstrich Verdi-Gewerkschaftssekretärin Dagmar Acosta Navarro. Dort noch Investitionen in die Altenpflege unterzubringen, wäre kaum möglich.

Quelle: dpa

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